Privatsammlungen

Chinese Whispers

Es ist ungewöhnlich, dass das Haus am Waldsee so viele Künstler verschiedener Generationen auf einmal zu Gast hat. In „Chinese Whispers“ bringt der Berliner Künstler Ingo Mittelstaedt seine Fotos und Gegenstände aus seinem Atelier mit über 100 Kunstwerken zusammen – aus der bisher unveröffentlichten Sammlung des Rechtsanwalts Peter Raue, Ehrenpräsident der Freunde der Nationalgalerie. Unter den Stücken befinden sich Arbeiten von Rebecca Horn, Marcel Brood­thaers und Jacob Mattner.

Kunst als Puzzle

Das 70-jährige Jubiläum des Zehlendorfer Ausstellungshauses lässt vermuten, dass es sich bei „Chinese Whispers“ um eine rein kunstgeschichtliche Reise handelt. Diese Konstellation ist eine persönliche und narrative Aufnahme von Mittelstaedt, die von David Hockneys Druckserie „The Blue Guitar“ ausgeht. Raum für Raum sehen die Besucher inhaltliche oder materielle Verbindungen und Wechselspiele zwischen seinen Fotos, die fassbaren Objekten eine abstrakte Erscheinung verleihen, und den Stücken aus Raues Sammlung. Dass alle Artefakte in der puzzleartigen Installation einen größeren Sinn ergeben, scheint als Idee spannend. Doch bringt die Zusammenstellung weder Gewinn für Mittelstaedts Fotos, die für sich

Installationsansicht „Chinese Whispers. Ingo Mittelstaedt mit der Sammlung Peter Raue“, Haus am Waldsee, 2016, Foto: Bernd Borchardt

stehen können, noch für die Sammlungsstücke. Aus ihrem kunsthistorischen Kontext gerissen und in eine neue Geschichte platziert, verlieren sie oft an Bedeutung.

Bis 28.8.: Haus am Waldsee, Argentinische ­Allee 30, Zehlendorf, Di–Sa 11–18 Uhr,
Eintritt 7/erm. 5 €, bis 18 J. frei