Kammer-Pop

Choir Of Young Believers

Ob Jannis Noya Makrigiannis auf der griechischen Insel Samos eine religiöse Eingebung ereilte, ist nicht überliefert. Sicher ist nur, dass sich der Däne nach der

Auflösung seiner Indiegruppe Lake Placid vor zehn Jahren in den Süden zurückzog, um an Solosongs zu arbeiten, und schließlich mit einer Vision nach Kopenhagen zurückkehrte: Keine neue Band, sondern gleich einen Chor gründete er – wenn sein „Choir of Young Believers“ auch
eher Pop-Formation als klassischer Sängerkreis ist.
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Und doch will die sakrale Anmutung des Bandnamens gut zum Klang des Ensembles passen: Eine feierliche Ernsthaftigkeit wohnt den zwischen Folk und Kammerpop schwebenden Stücken inne, die häufig keinen klassischen Songstrukturen folgen. Man kann sich Bandkopf Makrigiannis ohne Mühe als sanften Propheten vorstellen, der seine Arme ausbreitet, um seine Anhänger zu vereinen. Nur, dass dieser Wanderprediger lieber musikalische Einflüsse als Jünger sammelt.
Die aktuelle Platte „Grasque“, veröffentlicht in diesem Jahr, verströmt stärker als die Vorgängeralben digitale Kühle, ohne die für den Choir of Young Believers typische Intimität missen zu lassen. Gute Eingebungen ereilen Makrigiannis offenbar noch immer, ob sie nun göttlicher oder weltlicher Natur sind.