Berliner Theater

Volksbühne: Chris Dercon tritt zurück

Der Intendant der Volksbühne Chris Dercon, gibt am Freitag, den 13. April, seinen Rücktritt bekannt. Dazu heißt es in einer Pressemitteilung der Kulturverwaltung: „Der Senator für Kultur und Europa, Klaus Lederer, und der Intendant der Volksbühne, Chris Dercon, haben sich einvernehmlich darauf verständigt, die Intendanz von Chris Dercon mit sofortiger Wirkung zu beenden.“ Weiter heißt es: „Beide Parteien sind übereingekommen, dass das Konzept von Chris Dercon nicht wie erhofft aufgegangen ist, und die Volksbühne umgehend einen Neuanfang braucht. Mit der einvernehmlichen Einigung zwischen Kultursenator Lederer und Intendant Dercon ist nun die Chance gegeben, diesen notwendigen Neustart einzuleiten.“ Eine Stellungsnahme der Volksbühne liegt ZiTTY zur Zeit noch nicht vor.

Foto: F. Anthea Schaap
Chris Dercon. Foto: F. Anthea Schaap

Klaus Dörr, der designierte Geschäftsführer der Volksbühne, soll  kommissarisch die Geschäfte des Intendanten übernehmen. Der Belgier Chris Dercon, 60, hat das Amt des Intendanten noch unter dem damaligen Kulturstaatssekretär Tim Renner übernommen. Gegen seine Ernennung und die Umstruktierung des ehemaligen Ensemble-Theaters Volksbühne gab es Proteste von Publikum, Schauspielern und Beschäftigten der Theatergewerke. 2017 wurde die Volksbühne von Anti-Gentrifizierungs-Aktivisten besetzt. Lederer und Dercon moderierten damals gemeinsam ein friedliches Ende der Aktion herbei.

Für Chris Dercon, der als Kurator und ehemaliger Direktor der Tate Modern London international einen guten Ruf genießt, haben sich internationale Kunstexperten wie Okwui Enwezor und Kasper König in einem offenen Brief eingesetzt. Kultursenator Klaus Lederer lässt in seiner Pressemitteilung wissen, „dass die persönlichen Angriffe und Schmähungen aus Teilen der Stadt gegen Chris Dercon in der Vergangenheit inakzeptabel waren. Solche Formen der Auseinandersetzung sind unwürdig und entbehren jeder Kultur.“

Derzeit wird an der Volksbühne das neue Stück der Künstlerin Yael Bartana gegeben. Sein Titel: „What if Women Ruled the World“ – vielleicht programmtisch für die Volksbühne.

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