Kino

Cinderella the Cat

In seinem (europäischen) Ursprung stammt das Märchen vom Aschenputtel wohl aus Neapel, zumindest erschien es dort 1634/36 unter dem Titel „La ­gatta ­cerenentola“ („Die Aschenkatze“) in ­Giambattista Basiles Märchensammlung „Pentameron“ erstmals in gedruckter Form. Vor diesem Hintergrund verwundert es nicht, dass sich vier italienische Animationsregisseure dieses Märchens für eine modernisierte Version der ­Geschichte angenommen haben.

Die „Aschenkatze“, das ist in diesem Fall die 17-jährige Mia, die im Hafen von ­Neapel mit ihrer bösen Stiefmutter auf ­einem inzwischen heruntergekommenen Schiff lebt, das einst ihrem Vater gehörte. Der wollte mit seinen Erfindungen den Hafen in eine strahlende Zukunft führen, wurde aber vor 15 Jahren vom Liebhaber von Mias Stiefmutter ermordet, der sich mittlerweile zum größten Drogendealer Neapels aufgeschwungen hat. Nun hat er neue Pläne für Mia.

Cinderella the Cat
Foto: MissingFilms

Eine böse Stiefmutter, Schuhe (aus Kokain), ein Ball, ein „King“ – die Parallelen zum Märchen sind vielfältig, der narrative Schwung der Geschichte ist allerdings ­allenfalls verhalten. Überzeugender kommt die optische Gestaltung des Films daher: ein letztlich sehr eigenwilliger Stil mit Anklängen an Gangsterfilme der 40er-Jahre und retrofuturistische Settings japanischer Animes.

La gatta cerenentola, I 2017, 86 Min., R: Alessandro Rak, Ivan Cappiello, Marino Guarnieri, Dario Sansone, Sprecher OF: Maria Pia Calzone, Alessandro Gassmann, Start: 27.9.

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