Songwriter

Click Click Decker

Der Hamburger hat sich wider Erwarten als feste Größe in der hiesigen Poplandschaft etabliert

Es gibt einen reizenden Strichmännchen-Cartoon des alten Polit-Hippies Tuli Kupferberg. Zu sehen ist der A&R-Manager einer Plattenfirma, mit Zigarre im Mund im Sessel fläzend, vor sich vier Musiker, die offenbar gerade ihr Vorspielen beendet haben. „What else do you do?“, fragt der Plattenfirmenmann. Auf der Bassdrum steht der Name der Band: „The Beatles“.
clickclickdecker-5
Was das mit ClickClickDecker zu tun hat? Nun, wer den 1980 in Pankow geborenen, in Schleswig-Holstein aufgewachsenen und in Hamburg lebenden Musiker
in einem frühen Stadium seiner Laufbahn erleben durfte, hätte ob seiner tarnkappenartigen Unauffälligkeit ebenfalls zu dem vorschnellen Urteil kommen können, einen hoffnungslosen Fall vor sich zu haben. Natürlich wäre die Fehleinschätzung nicht so dramatisch gewesen wie damals bei dem ja tatsächlich von
Decca abgewiesenen Quartett aus Liverpool. Doch die deutschsprachige Songwriter-Szene wäre um einen ihrer interessanteren Protagonisten ärmer, wenn
nicht ein paar wichtige Leute, in diesem Fall Bernd Begemann und das Hamburger Audiolith-Label, an den Mann geglaubt hätten. Fünf Alben und kuriose Nebenprojekte wie Bratze (mit Der Tante Renate) und My First Trumpet später ist Kevin Hamann, wie ClickClickDecker tatsächlich heißt, eine kleine, aber feste Größe in der Popmusiklandschaft. Ein Jammer, wenn wir das verpasst hätten.

Facebook Kommentare

[fbcomments]