Animationsfilm

Coco – Lebendiger als das Leben

Längst beugt man sich auch bei Pixar einer Logik, der alle US-Major-Studios momentan erlegen sind: dass man jede ­erfolgreiche Idee problemlos wiederholt verwerten kann. Ein größerer Teil der Pixar-Filme der letzten Jahre waren Sequels – alle nicht ­richtig schlecht, aber auch nicht wirklich gut. Insofern kann man sich freuen, dass jetzt mit „Coco“ wieder ein Originalstoff in die Kinos kommt. Regisseur Lee Unkrich („Findet Nemo“, „Toy Story 3“) ist gemeinsam mit der Produzentin Darla K. Anderson nach Berlin gekommen, um den Film vorzustellen.

Coco
Foto: Disney Pixar

Die Geschichte von „Coco“ kreist um die Bräuche am mexikanischen „Tag der ­Toten“ und katapultiert den zwölfjährigen Musik-Affictionado Miguel in ein mopsfideles Jenseits. Dort türmt sich eine Stadt der Toten auf, deren „Leben“ sich kaum von dem auf der anderen Seite unterscheidet: genauso viele Probleme wie hier und eher mehr Party als weniger. Anderson erkennt einen universellen Appeal: „Das ist natürlich die Familie und unser aller Wunsch, dass man sich an uns erinnert.“

Sechs Jahre hat Pixar an „Coco“ gearbeitet: „Dies ist ein großer Film, da gab es viel zu tun“, erklärt Unkrich. ­„Umfassende Recherchen, das Erschaffen einer ganzen Welt mit vielen neuen Figuren, viele Massenszenen. Außerdem ist ‚Coco‘ der musikalischste Film, den Pixar je gemacht hat. Es mussten viele Songs geschrieben werden, die wir dann in Mexiko aufgenommen haben.“ Anderson ergänzt: „Und da unsere Story auf einem realen Feiertag basiert, wollten wir in Bezug auf den kulturellen Hintergrund auch besonders genau sein.“

Dazu stellte man bei Pixar den ­Beitrag des mexikanisch-stämmigen ­Ko-Regisseurs Adrian Molina heraus: „Er konnte bei allen kulturellen Fragen einfach immer auf ­seine Familie zurückgreifen und kam oft mit seiner Mutter zum Set.“ Der Tonfall von „Coco“ erscheint noch ernster, als man es sonst von Pixar-Filmen gewohnt ist, was aber mehr an der Dramatisierung des ­Themas Erinnern und Vergessen liegt als an der Darstellung des Totenreichs: „Die Skelette haben wir so sympathisch wie möglich designt“, erklärt Unkrich. „Das sind einfach Leute, die zufällig Skelette sind. Ich wollte, dass sie eine Seele haben. Deshalb haben wir ihnen auch Augen gegeben, was ja im Grunde sehr seltsam ist.“

USA 2017, 105 Min., R: Lee Unkrich, Adrian Molina

Coco – Lebendiger als das Leben!

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