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Einmal durch Südosteuropa: comiXconnection

Überzeugungsarbeit war für ­diese Ausstellung nötig. Zum Glück hat ­Beate Wild sie geleistet. Auch wenn sie dafür viel Bus fahren musste

„No“, „No“, „And No“ lehnt ein frosch­artiges Wesen jeden ab, der und die sich an seinen Tisch setzt. Ähnlich den Figuren in Alexandru Ciubotarius’ Comic ging es Kuratorin Beate Wild, als sie eine Ausstellung zum südosteuropäischen Independent Comic plante. Vor allem die jüngere, am Westen orientierte Generation lehnte das „südosteuropäische Nachbarschaftsprojekt“ ab.

© Beate Wild
Blick in die Ausstellung „comiXconnection“ im Museum Europäischer Kulturen, Kapitel Vukovar, Kroatien, 2015 © Beate Wild

Mithilfe von Co-Kuratorinnen in Serbien, Kroatien, Slowenien, Bosnien & Herzegowina, Rumänien, Ungarn und über 60 Künstler*innen stellte Wild dann aber doch eine organisch wachsende Wanderausstellung – gestaltet von Xaver Victor Schneider aus Berlin – buchstäblich auf die Räder. In einem Sprinter tourte sie mit den Beiträgen zu 20 Stationen, überstand Unfälle, überwand mentale und reale Grenzen. Das Museum für Europäische Kulturen präsentiert jetzt, in der letzten Station der Ausstellung, dieses Making-of.
Die Comics zeugen von der grenzenlosen Leidenschaft für das Spiel mit der Bild-(Text)-Kombination, weswegen sie nach Stil und nicht nach Staat geordnet sind. Sie sind mal bunt, mal collagiert wie bei Dunja Jankovic oder holzschnittartig wie bei Wostok. Und wie Ciubotariu seinem froschartigen Wesen, entlocken die weißen Papierbahnen, Pinnwände und Stifte im Mitmach-Bereich ein freudiges „Yes“. 


Bis 29.3.2020: Museum Europäischer Kulturen, Arnimallee 25, Dahlem Di–Fr 10–17, Sa-So 11–18 Uhr, 8/ 4 €, bis 18 J. frei