Bis einer heult

Criminal Squad

Man könnte jetzt formulieren, dass sich dieser testosterongeladene Reißer mit der zerrissenen US-Gesellschaft befasst, die, bis an die Zähne gerüstet, nur noch über ausgetauschte Projektile miteinander kommuniziert. Von einem Film reden, der ein Land im Krieg mit sich selbst abbildet, ein zerrissenes Land, in dem das allgemeine Recht auf Waffenbesitz längst in das Recht übergegangen zu sein scheint, diese Waffen zur Durchsetzung der eigenen Ziele auch jederzeit in der Öffentlichkeit einzusetzen.

Von deformierten Charakteren, denen zur Verwirklichung ihres verfassungsgemäß garantierten Anspruchs auf Glückseligkeit jedes Mittel recht ist, von der Gesellschaft verkrüppelten Individuen, die in blinder Wut und dumpfem Hass um sich schlagen, um sich an dieser Gesellschaft zu rächen. Man könnte also Christian Gudegasts Film als wütende Parabel auf einen völlig durchgedrehten Männlichkeitswahn, als Fortsetzung des Wilden Westens mit großkalibrigen Schnellfeuerwaffen deuten.

Noch heult keiner – Criminal Squad
Foto: Concorde

Aber mit größter Sicherheit handelt es sich bei „Criminal Squad“ einfach nur um einen zynischen Ballerfilm, der dem geneigten Publikum genau das zeigt, was es sehen will: dumpfe, triebgesteuerte Charaktere, die sich mit so gestählten wie tätowierten Muckis und einem schier endlosen Arsenal an Schießprügeln aneinander abarbeiten, bis einer heult. Frauen sind Nutten, Knarren sind geil, die Welt besteht aus Kumpeln und Feinden.

Der Rest sind … Zivilisten, auf die‘s nicht weiter ankommt. Ach ja: Es geht um einen Banküberfall in Los Angeles, knallharte Gangster und noch knallhärtere Cops. Unendliche Langeweile mit einem einzigen cleveren Twist ganz an Schluss. Kino als Katharsis? Wer’s braucht …

„Den of Thieves”, USA 2017, 125 Min., R: Christian Gudegast, D: Gerard Butler, Jordan Bridges, Pablo Schreiber, Start: 1.2.

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