Berliner Kunsthäuser

Umgezogen

Im neuen Haus kommt ein schärferes Profil: Das Team vom Künstlerprogramm des Deutschen Akademischen Austauschdienstes will vermehrt künstlerische Reaktionen auf politische Krisenvorstellen

Als einer der letzten Kunstorte ist die Gale­rie des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) den Hoteliers in der Zimmerstraße am Checkpoint Charlie gewichen. Eine neue Bleibe hat das Team in der Oranienstraße gefunden, zwei Geschosse in einem Geschäftshaus, das Oskar Kaufmann, Architekt der Volksbühne Mitte, baute. Hier findet sich nun gemeinsamer Platz für das Schaffen der Stipendiaten aus Kunst, Literatur, Film und Musik. Auswärtiges Amt und das Land Berlin, sagt Katharina Narbutovic, Leiterin des Berliner DAAD-Programms, fördern den neuen Ort mit mehr Geld.

 

Minouk Lim, „New Town Ghost“, 2005, (Videostill). Foto: Minouk Lim
Teil der Eröffnungsveranstaltungen im Januar: Minouk Lim, „New Town Ghost“, 2005, (Videostill)

Thema der zehn Eröffnungstage war der Raum: als gefährdeter politischer, sozialer und künstlerischer Ort. So ließ die Künstlerin Minouk Lim die Hauptfigur ihres Films „New Town Ghost“ (Abb.) gegen den profitablen Umbau eines alten Stadtteils demonstrieren: Sie ruft Hausgeister an, vom Dach ­eines fahrenden Lastwagens und zum Spiel ­eines Schlagzeuger – eigentlich eine Ungehörigkeit im höflichen Korea. Nach dem 12. Januar erörterten Gäste des DAAD unter anderem politische Krisen. Das erinnerte nicht zufällig an „Uncertain States“, eine Ausstellung der Akademie der Künste zum Jahreswechsel 2016/17: DAAD und Akademie kooperieren seit Langem.

Aktuell präsentiert hier in der »As for the Future.« Wendelien van Oldenborgh zwei Filmprojekte, für die sie Begegnungen von Aktivisten mit öffentlichen Personen unterschiedlicher Generationen und Sozialisationen ermmöglichte. Die zweiteilige Filminstallation »Prologue: Squat / Anti-Squat« (2016), »Prologue: Squat / Anti-Squat« (2016) ist Teil ihres Projektes für den niederländischen Pavillon der Biennale von Venedig 2017.

 

Bis 12.3.: Wendelien van Oldenborgh, Daadgalerie, Oranienstr. 161, Kreuzberg, Mo–So 12–19 Uhr, Eintritt frei