»Für Expats und alle anderen Berliner«

Daniel Brunet will das English Theatre aus der Krise führen

Herr Brunet, nach derzeitigem Stand erhält das English Theatre Berlin (ETB) ab 2014 ­keine Förderung mehr. Seit Ende letzten ­Jahres verstärken Sie die künstlerische Leitung. Wie sieht der frische Wind aus, den die Senatsjury bisher vermisst hat? Das ETB stellt sich gerade neu auf: Als ­Heimat für die geschätzt 150.000 englischsprachigen Migranten. Das neue künstlerische Konzept stützt sich auf vier Säulen. In der ­Reihe „Made in Berlin“ werden wir Eigeninszenierungen machen, die nur mit dieser einzigartigen Berliner Mischung entstehen können. Außerdem suchen wir internationale Gastspiele, die wir dann zum ersten Mal in Deutschland präsentieren. Dazu kommt unser kulturelles Bildungs­programm und die „Expat Expo“, eine umfangreiche Showcase-Messe. Perspektivisch wollen wir zum Ort der englischsprachigen Kreativszene Berlins werden, ein ­„International Performing Arts Center“ von und für Expats und alle anderen Berliner.

Was ist ein Expat? Der Ausdruck ist eine Kurzform von Expatriate. Er wurde im 18. Jahrhundert im British Empire erfunden – als Bezeichnung für jeman­den, der aus freien Stücken aus seinem Heimatland wegzieht. Vom Begriff her ist das ziemlich identisch mit dem Emigranten, aber auf der Bedeutungsebene bezeichnen die ­beiden Wörter völlig verschiedene Sachen. In Deutschland sind Expats englischsprachige Ausländer, sei es als Mutter- oder Arbeitssprache, in der Regel aus reichen Ländern.

Diesen Wahlberlinern widmen Sie nun die „Expat Expo“. Was gibt es da zu sehen? Wir präsentieren diese ganz eigene Berliner Mischung der englischsprachigen Welt. Zwei Wochen lang gibt es Tag und Nacht Expat-Kunst: Theater, Performance, Tanz, Musik, bildende Kunst, Workshops und dazu noch den Expat-Markt. Wir möchten dieses Format in Zukunft jedes Jahr machen.

„Expat Expo – A showcase of Wahlberliner“, 21.2.-2.3., English Theatre Berlin. www.etberlin.de/expatexpo

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