Biopic

Daniel Hope – Der Klang des Lebens

Einmal wurden die Eltern von Daniel Hope vom Leiter seines Musik-Internats einbestellt. Ihr Sohn war dabei erwischt worden, wie er heimlich im Badezimmer Mendelssohns Violinkonzert geübt ­hatte. Nicht etwa, wie vorgeschrieben, Bachs a-Moll-Konzert. Nun, die Fallhöhe von Musikeraufstiegen kann bizarr sein.

Daniel Hope
Foto: Mindjazz Pictures kinofreund

Das lehrt jedenfalls dieses Klassik-­Biopic. Es wird eingerahmt vom Versuch Hopes, die Berliner Grabstelle seines jüdisches Großvaters zurückzuerwerben. ­Lehrer wie der legendäre Zakhar Bron und ­Musikpartner wie der noch ­bedeutendere Menahem Pressler (Beaux Art Trio) haben erwartungsgemäß Schmeichelhaftes über den Musiker Hope zu sagen.

Die Sogkraft des Films entsteht durch die Nüchternheit, ja Abgeklärtheit, mit der die Eltern den „verrückten“ Beruf des Sohnes betrachten. Hopes Mutter war Managerin des Jahrhundert-Geigers ­Yehudi Menuhin, sein Vater ist der südafrikanische Schriftsteller Christopher Hope. ­Zwischen Berlin, Gstaad, Los ­Angeles und London bleibt Regisseur Nahul Lopez ­seinem Solisten auf den Fersen.

Dessen Geschichte ist ein Beispiel dafür, was man erreichen kann, wenn man sich etwas nachdrücklich genug in den Kopf setzt. Der Film ändert wohl nichts daran, dass es sich bei Hope um einen interessanten, aber nicht absolut überragenden Geiger handelt. Zwischen Götzendienst und Rea­lismus aber findet das eine erstaunlich entspannte Mitte.

D 2017, 108 Min., R.: Nahul Lopez

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