Das Eine-Frage-Interview

Eric Powell

Autor. Zeichner. Tuscher. Kolorist. Cover-Künstler. Kleinverleger. Der Amerikaner Eric Powell ist ein echtes Comic-Multitalent. Neben seiner ebenso zotigen wie ausgezeichneten Serie „The Goon“, die er schreibt und zeichnet, arbeitete er in der Vergangenheit bereits an „Superman“, „Marvel Mons­ters“, „Conan“ und vielen mehr. Zuletzt illustrierte er außerdem eine Neuausgabe von Mark Twains „Huckleberry Finn“.

Vor einer Weile haben Sie sich mit Marvel und DC angelegt und Ihre Kollegen aufgefordert, vermehrt Figuren und Serien zu schaffen, über die sie als Kreative die ­inhaltliche und rechtliche Kontrolle behalten. Gab es da kein böses Blut?
Ich habe die Vorzüge von Creator-owned-Comics in den USA angepriesen. Wir brauchen neue Inhalte und können nicht immer wieder die gleichen Geschichten erzählen. Manche Leute möchten mir dafür ans Leder, dass ich für Marvel und DC gearbeitet habe und gleichzeitig sage, dass unsere Branche nicht wachsen kann, wenn wir uns nur auf Marvel- und DC-Produkte verlassen. Ich denke, diese Leute sollten sich auch darüber im Klaren sein, dass es Mut gebraucht hat, das auszusprechen, wohl wissend, dass ich vielleicht keine Arbeit mehr von ­ihnen kriege. Ich bin kein Millionär. Was, wenn der „Goon“ sich nicht mehr verkauft? Vermutlich haben die meisten Kritiker darüber nicht nachgedacht. Aber ich glaube nicht, dass Marvel oder DC allzu aufgebracht sind. Ich bin eine Fliege auf ihrer Windschutzscheibe.