Roadmoviewestern

Das Ende ist erst der Anfang

Bouli Lanners verquickt diverse Genres in einer Endzeitkomödie

ZITTY-Bewertung: 5/6

Zwei angegraute Desperados sind mit ­ihrem Pickup unterwegs, in einer ­flachen Landschaft, die mal an ein Weltuntergangsszenario, mal an die Weiten des ­Westerns erinnert. Die Outlaws ­Cochise und Gilou sollen im Auftrag eines Gangsters dessen geklautes Handy orten, ­darauf befinden sich justitiable Informationen. Im Besitz des Handys sind zu Beginn ­Esther und Willy, ein schräges junges ­Liebespaar, das an das baldige Ende der Welt glaubt und vorher Esthers Tochter besuchen will. Und noch jemand treibt sich in der Einöde herum: Jesus.

Das Ende ist erst der Anfang
Das Ende ist erst der Anfang: Gilou (Bouli Lanners)
Foto: Kris Dewitte

Dass er genretypische Aspekte mit einer lakonischen Geschichte zu verquicken weiß, das hat der belgische Schauspieler, Autor und Regisseur Bouli Lanners 2008 mit seinem wunderbaren Road­movie ­„Eldorado“ gezeigt. Wie er nun selbst den herzkranken Gilou spielt, dazu diese entwurzelten Menschen aufeinanderprallen lässt, das ist vieles: komisch, melancholisch, bizarr, unvorhersehbar – und mitunter gewalttätig. Denn die skurrilen Helden bekommen es mit den tumben örtlichen Schlägern zu tun, dem Cowboymob eines Westerns nicht unähnlich. Dazwischen flicht Lanners christliche Motive und einen staubtrockenen Humor – fertig ist ein ungewöhnlicher Film, in schwelgerischen Breitwandbildern. 

„Les premiers les derniers“, B/F 2016, 97 Min., R: Bouli Lanners, D: Albert Dupontel, Bouli ­Lanners, Suzanne Clément, Michael Lonsdale

Das Ende ist erst der Anfang

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