Berlin

Das freiwillige Jahr

Ulrich Köhler und Henner Winckler, zwei prägende Filmemacher der Berliner Schule mit Filmen wie „Montag kommen die Fenster“ (Köhler) oder „Klassenfahrt“ (Winckler). Sie haben sich erstmals für einen Film zusammengetan und bleiben sich dennoch treu – mit einer spröde erzählten Alltagsgeschichte und ungekünstelten Protagonisten.

Das freiwillige Jahr
Foto: Henner Winckler Ulrich Koehler Grandfilm

Alles ist perfekt geplant: Mithelfen in einem Krankenhaus in Costa Rica – Freiwilliges Soziales Jahr. So hat es sich der Arzt Urs für seine Tochter Jette nach ihrem Abi ersonnen. Doch im Gegensatz zum Vater lebt Jette gern hier im westfälischen Landkreis Lippe und fühlt sich immer noch zu ihrer Jugendliebe Mario hingezogen. Schließlich entscheidet Jette spontan, nicht nach Mittelamerika zu fliegen, und versteckt sich mit Mario unterwegs im VW-Bus. Währenddessen hat sich Urs nicht nur mit seinem schrägen Bruder zu arrangieren, zudem hat seine Sprechstundengehilfin Nicole ihrem Ehemann die Affäre mit Urs gebeichtet.

Köhler und Winckler liefern eine anregende Schule des Sehens und Hörens: beiläufig wirkende Einstellungen, kleine Bemerkungen der Figuren, Berieselung durchs Autoradio, Blicke, Ungesagtes. Zugleich ist „Das freiwillige Jahr“ eine Auseinandersetzung mit Selbst- und Fremdbestimmung, Dominanz und Rücksichtnahme – und der Frage, wie man sein Leben leben soll.

D 2019, 86 Min., R: Ulrich Köhler & Henner Winckler, D: Maj-Britt Klenke, Sebastian Rudolph, Thomas Schubert, Start: 6.2.

Kinotermine:

https://www.zitty.de/event/kino/das-freiwillige-jahr/