Drama

Das Gesetz der Familie

Ein Vater-Sohn-Konflikt eskaliert

ZITTY-Bewertung: 5/6

Ein ungewöhnliches Milieu hat sich der britische Regisseur Adam Smith für sein Spielfilmdebüt ausgesucht: Eine Wohnwagensiedlung von Outlaws im ­grünen Gloucestershire ist Schauplatz eines Fami­liendramas, in dessen Mittelpunkt die Auseinandersetzung des Patriarchen ­Colby Cutler (Brendan Gleeson) mit ­seinem Sohn Chad (Michael Fassbender) steht.

Aussteiger Chad (Michael Fassbender)
Foto: Koch Films

Letzterer hat die Zeichen der Zeit erkannt und möchte sich zugunsten eines ruhigeren Lebens mit seiner Frau und den zwei Kindern gern aus dem Dasein als ausgestoßener Krimineller befreien. Das wiederum passt dem freiheitsliebenden Vater nicht. Leidtragender des Konflikts ist vor allem Chads kleiner Sohn Tyson, der nicht weiß, welchem Familienmitglied seine ­Loyalität denn nun gelten soll. Wobei ein Opa, der kategorisch behauptet, dass man nicht zur Schule gehen müsse, natürlich ­immer eine Option ist.

Eingeflochten in das Familiendrama sind Querfeldein-Verfolgungsjagden und ein eher wenig subtiler Einbruch in das Haus eines Richters. Der ­Vater-Sohn-Konflikt wirkt dank der schauspielerischen Schwer­gewichte ­Gleeson und Fassbender überzeugend – bis auf ein enttäuschend weiches Finale, das die konfrontative Aussprache, auf die der Film stetig hingearbeitet hat, mit einem Appell an traditionelle Familienwerte auf die kommende Generation vertagt.

„Trespass Against Us“, GB 2017, 99 Min., R: Adam Smith, D: Brendan Gleeson, Michael Fassbender, Lyndsey Marshall

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