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Das Kino nach Hause holen

Geschlossene Kinos, unfassbar. Also muss der Kinofreund sehen,
wo er bleibt. Und etliche anspruchsvolle Anbieter im Internet
gewährleisten ein Neuentdecken oder Wiedersehen von Filmen. Auch jenseits der großen Streaming-Portale wie Netflix, Sky oder Amazon finden sich im Netz Spielfilme aus aller Welt – und das zum Teil für lau. Ein unvollständiger Überblick.

Couchpotato: Rudolf Waldemar Brehm als „Trash Detective“ – bei goodmovies.de und voebb.de
Couchpotato: Rudolf Waldemar Brehm als „Trash Detective“ – bei goodmovies.de und voebb.de. Foto: Camino

Alleskino.de

Gegründet von den Filmproduzenten Hans W. Geißendörfer („Lindenstraße“) und Joachim von Vietinghoff („Bomber und Paganini“, „Engel aus Eisen“) sowie vom Medienunternehmer Andreas Vogel konzentriert sich alleskino.de ausschließlich auf den deutschen Film. Und da gibt es viel zu entdecken, von Hans-Christian Schmids Langfilmdebüt „Nach Fünf im Urwald“ mit der Newcomerin Franka Potente über Mišel Matičevićs grandiose Performance als Zuhälter in Dominik Grafs „Hotte im Paradies“ bis zu DEFA-Klassikern wie Kurt Maetzigs „Das Kaninchen bin ich“ oder fast Vergessenes wie Heiko Schiers „Wedding“.

Filme können digital geliehen / gekauft werden, oder man tritt dem Filmclub bei: 7,99 €/Monat (Monatsabo), 5,99 €/Monat (Halbjahresabo), 4,99 €/Monat (Jahresabo), man kann auch 30 Tage gratis testen

Realeyz.de

Realeyz.de ist eine der Video-On-Demand-Plattformen der Berliner Firma EYZ Media. Hier finden sich ungewöhnliche, anspruchsvolle Filme, bevorzugt auch in Zusammenarbeit mit diversen Filmhochschulen wie der dffb. Wer also neugierig auf kleinere, unbekannte Produktionen ist, wird hier fündig. So finden sich zum Beispiel etliche Werke des legendären Filmemachers Harun Farocki, viele Dokumentarfilme, aber auch Berliner Indiefilme wie „Klappe Cowboy“ oder „Kaptn Oskar“, mehr als 1.700 Filme sind im Angebot.

Monatsabo 5,50 €, Jahresabo 49,50 €, 14 Tage gratis testen ist möglich

lacinetek.de

Eine Übernahme aus Frankreich und ebenfalls von EYZ Media betrieben ist die Seite lacinetek.de, spezialisiert auf anspruchsvolle echte Filmklassiker, hauptsächlich von Franzosen wie Robert Bresson, Jean Renoir, Alain Resnais oder Jean-Luc Godard, es finden sich aber auch Filme von Abbas Kiarostami („Quer durch den Olivenhain“) oder Kurzfilme von Charlie Chaplin genauso wie „Moderne Zeiten“.

Filme können digital geliehen (ab 2,99 €) oder gekauft (ab 7,99 €) werden, es gibt zudem einen Cinepass, eine Art Gutschein für 10, 20 oder 50 €

pantaflix.com/de

Der VoD-Anbieter ist deutlich mainstreamiger orientiert und fährt zweigleisig: Zum einen kann man umsonst Filme sehen, wenn man bereit ist, Werbung zu akzeptieren. Zum anderen kann man Filme und auch einzelne Serienfolgen digital ausleihen. Unter den Umsonst-Filmen sind viele unbekanntere und kuriose Werke, unter den Serien auch Produktionen von den Öffentlich-Rechtlichen.

Einzelne Serienfolgen bereits ab 0,99 €, Filme ab 2,99 €

flimmit.com

Hinter dieser VoD-Plattform steckt der österreichische Rundfunk. Der Schwerpunkt bei den rund 7.000 Titeln liegt auf österreichischen und europäischen Produktionen. So findet sich hier Marcus H. Rosenmüllers wunderbare Coming-of-Age-Komödie „Wer früher stirbt ist länger tot“ genauso wie „Delicatessen“ von Jean-Pierre Jeunet und Marc Caro. Die Filme können digital geliehen und / oder gekauft werden, man kann auch ein Abo abschließen. Etliche Titel sind allerdings für Deutschland aus Lizenzgründen nicht zugänglich. Und andere Produktionen gibt es nur innerhalb des Abos.

Leihen ab 1,49 €, kaufen ab 2,99 €, 1-Monats-Abo: 7,50 €, 3-Monats-Abo: 19,90 €, 12-Monats-Abo: 75 €

voebb.de

Was bei vielen noch nicht angekommen, aber durchaus vorzeigbar ist: das Streamingangebot der Berliner Bibliotheken. Hierzu braucht man nur einen Bibliotheksausweis und kann sich dann einloggen. Zu finden sind hier für lau Berlinfilme wie „Love, Peace & Beatbox“ oder Edward Bergers Berlinalehit „Jack“ – und die schräge Verbeugung vor dem verstorbenen Fassbinder-Mimen Rudolf Waldemar Brem „Trash Detective“.

gratis

„Love, Peace & Beatbox“ (goodmovies.de, voebb.de)
„Love, Peace & Beatbox“ (goodmovies.de, voebb.de). Foto: GMfilms/Goodmovies

Youtube.com

Es ist erstaunlich, welch große Anzahl von Spielfilmen auf unser aller Lieblings- Clip-Kanal in voller Länge zu sehen sind, allerdings mitunter in miserabler Bild- und Ton-Qualität. Aber es finden sich hier so wunderbare Filme wie die Hamburg-
Komödie „Kebab Connection“, der legendäre
frühe Gang-Film „Juice“ oder Harvey Keitel in „The Young Americans“. DAS Känguru und der Marc-Uwe hängen hingegen bestimmt vor „Zwei wie Pech und Schwefel“ mit Bud Spencer und Terence Hill ab.

Fündig wird man hier auch bei deutschen Klassikern, von Heinz Rühmanns „Die Feuerzangenbowle“ bis zu Liselotte Pulver in „Heute heiratet mein Mann“. Einfach mal vom Youtube-Angebot beim Suchen hinwegtreiben lassen. Dann findet man auch eine Rarität wie den DEFA-Berlinfilm von 1948 mit dem Titel „1-2-3 Corona“.
Corona heißt hier eine von einer Jugendbande umsorgte Artistin.

gratis