Kino

Das Leuchten der Erinnerung

Dem italienischen Regisseur Paolo Virzi überzeugte zuletzt mit „Die Überglück­lichen“. In seinem ersten englischsprachigen Film schickt er nun ein greises Ehepaar auf eine letzte Reise. Dabei verquickt er komödiantische und sentimentale ­Momente mit der Frage nach dem ­Vermächtnis jedes Einzelnen. Was bleibt von uns, wenn das Ende naht?

Mehr als 50 Jahre sind Ella (Helen Mirren) und John (Donald Sutherland) verheiratet. Doch bei dem pensionierten Lehrer schreitet die Demenz fort, und auch Ella geht es körperlich nicht gut. Zum Entsetzen ihrer beiden Kinder startet das Paar mit dem uralten Wohnmobil namens „The Leisure Seeker“ (so der Originaltitel) einen Urlaubstrip, immer an der US-Ostküste entlang Richtung Süden. Das Ziel: das Haus von Ernest Hemingway in Key West, Florida, Traumziel des passionierten Amerikanisten John. Unterwegs zeigt Ella ihrem Liebsten auf Campingplätzen alte Dias, um sein Gedächtnis zu trainieren.

Helen Mirren gibt die impulsive Ella, die gerne mit allen plaudert; Donald Sutherland glänzt als Greis, dem das Wichtigste langsam abhanden kommt: sein Geist. Virzi spielt virtuos auf der Gefühlsklaviatur, scheut den Scherz ebenso wenig wie die Melancholie. Ein weiterer schöner Film für die treue Kino-Generation jenseits der 60. 

„The Leisure Seeker“, I/USA 2017, 113 Min., R: Paolo Virzi, D: Helen Mirren, Donald Sutherland, Christian McKay, Start: 4.1.

Das Leuchten der Erinnerung

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