Polit-Thriller

Das Milan Protokoll

Die deutsche Ärztin Martina (Catrin Striebeck) arbeitet für eine Hilfsorganisation in einem Flüchtlingslager im kurdischen Teil des Irak. Sie lebt seit langem in der ­Region, spricht Kurdisch und Arabisch. Als die ­syrische Schwesternorganisation der PKK sie um medizinische Hilfe bittet, fährt sie ins Grenzgebiet – und wird von einer sunni­tischen Gruppe entführt.

Das Milan-Protokoll
Foto: Real Fiction

Fesselnd ist dieser vielschichtige Einblick in eine schwierige Thematik. Dennoch erinnert das Drama eher an eine Repor­tage als an einen packenden Thriller. Klar ist, dass die Mission für Martina glimpflich ausgehen wird, schließlich ­erzählt sie ihre Geschichte (also ihre ­Version ­davon) in Rückblenden, im ­Verhör durch den BND-Mitarbeiter Moses (Christoph Bach). Spannend ist trotzdem, welche Strippen da gezogen wurden. Die ­zweite Handlungsebene, Martinas ­inneres ­Drama, wirkt dagegen ein bisschen wie an den Plot drangeklebt. In immer neuen Ver­stecken implodiert sie angesichts der ­Ungewissheit zunehmend.

Man merkt, dass der Filmemacher Peter Ott sich in den unübersichtlichen Konflikten der Region auskennt – und beim Zuschauer einiges Vorwissen voraussetzt. Doch selbst ohne detaillierte Kenntnisse vermittelt der Film eine (verwirrende) Vorstellung davon, wie komplex die Realitäten, Interessenlagen und Verstrickungen in der Region sind.

D 2017, 100 Min., R: Peter Ott, D: Catrin Striebeck, Christoph Bach

https://www.zitty.de/event/thriller/das-milan-protokoll/

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