Dokumentarfilm

Das Versprechen

Der engagierte Dokumentarfilm rollt einen 30 Jahre alten Mord auf

ZITTY-Bewertung: 5/6
ZITTY-Bewertung: 5/6

Wie weit würde man für den Menschen gehen, den man liebt? Jens Söring gestand einen Mord, den er nicht begangen hat. Er wollte damit seine große Liebe Elizabeth schützen. Das ist seine Version.

Jens Söring heute
Foto: Farbfilm

Elizabeths Eltern werden im März 1985 erstochen in ihrem Haus in Virginia aufgefunden. Als die Ermittler sich der Tochter und ihrem deutschen Freund zuwenden, fliehen die beiden. Asien, Europa, ein Abenteuer, ein Spiel. Dann werden sie gefasst. Söring gesteht, bald darauf  widerruft er: Elizabeth sei die Mörderin. Sie behauptet das Gegenteil. Söring sitzt heute seit 30 Jahren im US-Gefängnis.

Die Regisseure Marcus Vetter und Karin Steinberger haben sich seines Falls angenommen, tief in der Vergangenheit gewühlt und dabei etwa herausgefunden, dass am Tatort die DNA Sörings nie gefunden wurde.

„Das Versprechen“ ist geschnitten wie ein Thriller und zieht genauso in seinen Bann. In den originalen Gerichtsszenen hängt man an den Lippen der schönen Elizabeth, die genau zu wissen scheint, wie man Menschen für sich einnimmt. Man ist sprachlos angesichts des messerscharf argumentierenden Söring. „Das Versprechen“ hat ein erklärtes Ziel: Söring soll in deutsche Haft überführt oder aber der Fall neu aufgerollt werden. Der Dokumentarfilm ist nicht nur hochspannend, sondern erschüttert auch mit einer menschlichen Tragödie.

Leonie Brovot

D 2016, 124 Min., R: Marcus Vetter und Karin Steinberger

https://www.zitty.de/event/dokumentarfilm/das-versprechen-erste-liebe-lebenslaenglich/