Kino

Das Zeiträtsel

Ava DuVernays („Selma“) Verfilmung des Jugendbuchs „Die Zeitfalte“ von Madeleine L’Engle ist gründlich misslungen.

Aber sowas von. Was nicht nur daran liegt, dass alle todsicheren Bestandteile eines Kinder-Fantasyfilms aus dem Hause Disney so deutlich verwurstet wurden, dass es weh tut: Der liebevolle, aber verschwundene Papa – hier hat er sich als Wissenschaftler per Geisteskraft durchs Universum geschwurbelt –, die traurige Restfamilie aus Mama und den nerdigen Kindern Meg und Charles. Dann der Auftritt dreier guter Feen (mit Oprah Winfrey!), die Meg zeigen, wie man durch den Dimensionenschwurbel ins Universum reist, wo Papa festsitzt und das Böse in Gestalt eines schwarzen Tintenkleckses mit fiesen Tentakeln ganz doll Übles will und tut. Also heißt es: Papa retten, das Böse besiegen und wieder zurück nach Disneyland, äh, Kalifornien.

Das Zeiträtsel
Das Zeiträtsel. Mit Oprah Winfrey. Trotzdem misslungen
Foto: WDS

Unsäglich platte Dialoge und die kitschige Computerspielgrafik lenken die Aufmerksamkeit alsbald auf die ständig wechselnden abstrusen Frisuren, pompösen Klamotten und das gruselige Billig-Make-up der drei Feen. Man fragt sich, was der Flug auf dem fliegenden Grünkohldingens soll und warum Zach Galifinakis als Medium allein in einer Höhle aus lauter Wackelsteinen lebt, und wieso …

Ach, egal, die Kinder sind so nervig wie die CGI-Effekte mies und die Gefühle klebrig, und so wünscht man sich alsbald den fiesen schwarzen Tintenklecks herbei, damit er das qualvolle Treiben verschlingen möge. Oder dass Papa, wie Megs Lehrerin zu Anfang vermutet, doch nach Tijuana abgehauen ist. Der Film wäre garantiert unterhaltsamer ausgefallen als dieser offensichtlich völlig überambitionierte Fantasyquark.

A Wrinkle In Time (OT) USA 2018, 109 Min., R: Ava DuVernay, D: Storm Reid, Oprah Winfrey, Reese Witherspoon, Chris Pine, Start: 5.4.

Das Zeiträtsel

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