Melodram

Deine Juliet

Eine Frau auf der Suche nach den schönen Künsten

Foto: Studiocanal/Kerry Brown

Heute ist das zu den Kanalinseln gehörige Guernsey vor allem ein schönes ­Urlaubsziel – und Steueroase für Finanzdienstleister. Die Besetzung durch deutsche Truppen im Zweiten Weltkrieg ist Ausgangspunkt dieses romantischen Dramas. Als sie nachts einem deutschen Wachposten begegnen, benötigen einige Bewohner von Guernsey eine Ausrede für ihr Aufbleiben. Ihre Behauptung, sie ­hätten gerade die „Guernsey Literary and Potato Peel Pie Society“ (so der Originaltitel des Films) gegründet, lässt sie in der Folge tatsächlich den Betrieb des Literaturclubs aufnehmen.

Davon erfährt nach dem Krieg die engli­sche Journalistin Juliet Ashton (Lily James), die sich auf den Weg nach Guernsey macht, um über den Club zu berichten. Wird Juliet sich vom schriftstellerischen Ruhm verlocken lassen oder gar von ihrem reichen US-Verlobten? Oder wird sie sich in die Insel verlieben und in den armen Dawsey (Michiel Huisman) gleich dazu, der so rührend für ein kleines Mädchen sorgt? Wirklich fragen muss man sich das nicht in einem Film, in dem jede Wendung immer etwas zu vorhersehbar und niedlich wirkt, als dass sie eine nachhaltig dramatische Wirkung erzielen könnte. Milde unterhaltsam ist die hübsch fotografierte Literaturverfilmung von Regieveteran Mike Newell trotzdem – nicht zuletzt aufgrund des breiten ­Lächelns von Lily James.

„Guernsey Literary and Potato Peel Pie Society“, GB/USA 2018, 124 Min., R: Mike Newell, D: Lily James, Michiel Huisman, Start: 9.8.