DADA-THEATER

der die mann

Pilzköpfe: Florian Anderer, Annika Meier, Axel Wandtke, Ruth Rosenfeld – Foto: Thomas Aurin
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Eine Inszenierung von Herbert Fritsch erkennt man, auch wenn man gar nicht wüsste, dass er der Regisseur des Abends ist. Die Art, wie er das Tableau mit seinen Schauspielern erstellt und sie durch die Clownsschule schickt, wie er aus einem auf ein, zwei vielsagende Elemente reduzierten Bühnenbild (hier eine Drehbühne mit roter Showtreppe und gelbem Riesen-Grammofon-Trichter) Welten erschafft, ist so einmalig wie unverkennbar. Und man kann stets davon ausgehen, es wird komisch und sehr unterhaltsam. Auch wenn er sich mit dem vergessenen Wiener Dichter Konrad Bayer hier jemand vorgenommen hat, der seine sprachspielerische Dada-Gedichte selber „tödlich“ nannte – und 1964 mit nur 32 Jahren Selbstmord beging.

1964 waren die Beatles gerade auf der Höhe ihres Ruhms und eroberten Amerika. Fritsch lässt so seine sieben großartigen Schauspieler (darunter Ruth Rosenfeld und Werner Eng) im Pilzkopf-Look der frühen Beatles auftreten, spielt mit den Primärfarben Rot, Blau und Gelb und gibt den düsteren, die Sprache hinterfragenden Texten, im munteren Spiel einen heiteren Sinn. Er nimmt die Wortgefüge wie eine Musikpartitur, lauscht ihnen den Rhythmus ab und bringt sie zum Tanzen.

Das ist choreografisch ausgefuchst und die Schauspieler setzen das mit ungeheurer akrobatischer wie stimmlicher Virtuosität um. Aus der skeptischen Sinnhinterfragung Bayers wird so eine grandiose Feier des Unsinns. -icke

15.3., 19.30 Uhr, Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz, Mitte. Regie: Herbert Fritsch; mit Ruth Rosenfeld, Axel Wandtke, Hubert Wild, u.a. Eintritt 6-36, erm. 6-18 Euro