Justiz-Drama

Der Fall Collini


Im Mai 2001 betritt der 70-jährige Italiener Fabrizio Collini, der seit Jahrzehnten in Deutschland lebt, die Hotelsuite des Großindustriellen Hans Meyer, schießt ihm mehrere Kugeln in den Kopf und lässt sich widerstandslos verhaften. Für den jungen Pflichtverteidiger Caspar Leinen ist der scheinbar sinnlose Mord ein schwieriges ­Rätsel und zugleich eine psychische Herausforderung, denn der Getötete war der Großvater seiner Jugendliebe Johanna und ein väterlicher Förderer.

Collini selbst schweigt zu Tat und ­Motiv, doch Caspar sucht, auch gegen Johannas Widerstand, nach einer Erklärung und wird schließlich in Italien fündig. In einer Zeit, in der das Opfer ein junger SS-Mann und der Täter ein Kind war…

Foto: Constantin Filmverleih

„Der Fall Collini“ basiert auf dem gleichnamigen Roman Ferdinand von Schirachs und behandelt die spannenden Fragen nach Schuld und Rache, Recht und Gerechtigkeit, Justiz und Selbstjustiz. Doch während von Schirach seine etwas dünne und in Teilen vorhersehbare Geschichte mit erschreckender Nüchternheit und fesselnder Akribie aufblättert, macht Regisseur Marco Kreuzpaintner daraus eine allzu aufdringliche Mischung aus Melodram und Justizskandal, mit den obligatorischen emotionalen Verwicklungen und Wendungen im Gerichtssaal.

Was im Roman gerade durch die Reduzierung erschreckt und beklemmt, wirkt im Film durch Effekthascherei überstrapaziert und aufgesetzt. Zwar überzeugt Elyas M’Barek als engagierter Anwalt auch abseits der Komödienrollen, doch „Der Fall Collini“ macht aus einem spannenden Thema einen nur bedingt spannenden Film.

D 2019, 118 Min., R: Marco Kreuzpaintner, D: Elyas M’Barek, Alexandra Maria Lara, Heiner Lauterbach, Start: 18.4.

https://www.zitty.de/event/kino/der-fall-collini/