Kino

Der geheime Roman des Monsieur Pick

Dieses Buch ist eine Sensation! Davon sind nicht nur abertausende verzückte Käufer überzeugt, sondern auch der TV-Starkritiker Jean-Michel Rouche. Nur glaubt er nicht an die mysteriöse Entstehungsgeschichte, wonach das Meisterwerk „Die letzten Stunden einer großen Liebe“ zufällig in einem bretonischen Dorf in der dortigen „Bibliothek der abgelehnten Bücher“ gefunden wurde. In Rouches Büchersendung kommt es zum Eklat, als der schnöselige Literaturpapst die Witwe des angeblichen Verfassers, des Pizzabäckers Henri Pick, vor laufender Kamera brüskiert. Flugs ist er seinen Job und seine Frau los. Also schnüffelt Rouche in dem Dorf des verstorbenen Pizzabäckers herum. Dabei trifft er auf Picks gewiefte Tochter Joséphine (Camille Cottin).

Foto: Neue Visionen

Wieder eine Traumrolle für den Erzkomödianten Fabrice Luchini als Roche, der – wie das Kinopublikum – auf allerlei falsche Fährten geführt wird. Nach der Vorlage von David Foenkinos Roman entwickelt sich Rémi Bezançons Film zur heiteren, beinahe parodistischen Detektivgeschichte, einer quecksilbrigen Suche nach der Wahrheit hinter dem Schein. Mehr schmunzelnd als ätzend nimmt er einerseits die Eitelkeiten des Literaturbetriebs aufs Korn, verweist andererseits auf die vielen nie erschienen Früchte des Schreibens. Ein lässig unterhaltendes, nie seichtes Kinovergnügen für Leser und alle anderen.

„Le mystère Henri Pick“, F 2019, 100 Min., R: Rémi Bezançon, D: Fabrice Luchini, Camille Cottin, Alice Isaaz, Start: 26.12.

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