Kriegsfilm

Der Hauptmann

Norddeutschland im April 1945. Der Krieg ist verloren, viele Soldaten irren durch die Landschaft. Der 19-jährige Gefreite Willi Herold (Max Hubacher) findet in einem verlassenen Offiziersauto einen Koffer mit einer Hauptmannsuniform. Er streift sie über und findet in dem Soldaten ­Walter Freytag (Milan Peschel) schnell einen willigen Untergebenen für den Herrn „Hauptmann“. Doch was tun mit der Macht der Uniform? Anderen ums Über­leben kämpfenden Schicksalsgenossen helfen? Nicht so Herold: Er schart eine Gruppe herumlungernder deutscher Soldaten um sich – die „Kampftruppe Herold“ ist geboren. Ihre vermeintliche Aufgabe: Die Lage hinter der Front auszukundschaften, Befehl von ganz weit oben.

Der Hauptmann
Foto: Weltkino

Was diese Truppe nun in einem Gefangenenlager anrichtet, lässt sich so umschreiben: Nach sechs Jahren unmenschlichem Krieg sind viele der Beteiligten derart abgestumpft, das alles möglich ist.

Der 49-jährige Schwabe Robert ­Schwentke legte eine veritable Karriere in Hollywood hin, mit Filmen wie „Flight Plan“ oder „R.E.D. – Älter. Härter. Besser.“ Nun ist er nach Deutschland zurückgekehrt, weil er seinen „Film über Gewalt und die nationalsozialistische Vergangenheit“ drehen wollte. Dieser ist nun mit seinen harten Schwarzweißbildern (Kamera: Florian Ballhaus) und den grauenhaften Ereignissen meilenweit vom „Hauptmann von Köpenick“ entfernt. 

D/F/PL 2017, 119 Min., R: Robert Schwentke, D: Max Hubacher, Milan Peschel, Alexander Fehling, Frederick Lau

Der Hauptmann (2018)