Historiendrama

Der junge Karl Marx

Zwei Deutsche verändern die Welt

ZITTY-Bewertung: 4/6

In Zeiten, in denen die „Märkte“ über das Wohl von Milliarden Menschen entscheiden, sollte man mal auf die Ursprünge des Klassenkampfes blicken. Das hat sich auch Regisseur Raoul Peck gedacht.

Kein Wunder, dass der 26-jährige Karl Marx skeptisch ist, als er 1844 im -Pariser Exil dem zwei Jahre jüngeren Friedrich Engels begegnet. Schließlich ist der ein Spross aus einer Fabrikantenfamilie. Marx und Engels sind fortan damit beschäftigt, der Arbeiterklasse den theoretischen Überbau zu liefern. An ihrer Seite zwei starke Frauen: hier die aus reichem Hause stammende Jenny Marx, dort die irische Arbeiterin Mary Burns. Doch die beiden streitbaren Männer haben nicht nur die Obrigkeit gegen sich, auch andere Führer des revolutionären Gedankens wie Wilhelm Weitling sind sich über die Strategie zur Arbeiterbefreiung uneins.

Der junge Karl Marx
Foto: Neue Visionen

In einem sorgfältigen Setting entspinnt Raoul Peck ein sehr konventionell inszeniertes Historiendrama, bei dem er vor -allem die Leidenschaft der jungen Männer in den Vordergrund stellt. Die wollen die Welt verändern und sind auch dazu bereit, den gewalttätigen Klassenkampf zu propagieren. Das ist spannend erzählt und reflektiert auch die Verhältnisse von Arbeit und Abhängigkeiten, wie sie heute noch zu finden sind. Marx und Engels konnten nicht ahnen, was aus ihren bahnbrechenden Ideen für Katastrophen beschworen wurden. Ideen, für die die Menschen wohl nicht gemacht sind.  

F/D/B 2016, 118 Min., R: Raoul Peck, D: -August Diehl, Stefan Konarske, Vicky Krieps

Der junge Karl Marx

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