Komödie

Der Nobelpreis­träger

Der Literaturnobelpreisträger Daniel Mantovani (Oscar Martinez) beschließt, allein in jene argentinische Kleinstadt zu reisen, die er seit 40 Jahren nicht mehr gesehen hat und die doch die Inspirationsquelle für all seine Romane war – und in der er nun zum Ehrenbürger erklärt werden soll. Doch der Zusammenprall zweier Parallelwelten wird schnell zu einer Tortur.

Im heimischen Dorf wird auch getanzt
Foto: Cine Global

Dies ist eine durch und durch böse Komödie mit einem eher leisen und hintersinnigen Witz, in dem weder der überheb­liche Intellektuelle noch seine unbedarften Gastgeber eine besonders gute Figur ­machen. Den Offiziellen des Ortes geht es bei der Einladung nur um die Berühmtheit des Künstlers, von der sie hoffen, dass etwas auf ihre kleine Stadt abfällt.

So wenig man in der Provinz von Mantovanis Kunst versteht, so wenig begreift der Literat, dass er es hier mit der realen Welt und realen Menschen zu tun hat. Die ­Sache kulminiert in einem absurden Malwettbewerb, bei der Preisverleihung sorgt Mantovani für einen Eklat. Er ist ein ­inkonsequenter Prinzipienreiter, aber – und das macht den Film besonders interessant – er ist auch Identifikationsfigur für das kulturell interessierte Publikum, das sich diesen Film ansieht. So halten Cohn und Duprat uns in ihrem inszenatorisch unauffälligen, aber gut geschriebenen Werk einen Spiegel vor. 

„El ciudadano ilustre“, RA/E 2016, 118 Min., R: Mariano Cohn, Gastón Duprat, D: Oscar Marinez, Dady Brieva, Andrea Frigerio

Der Nobelpreisträger

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