Euch das Ufer, uns die Spree

Der Sonnenanbeter und Solonda

Drei Jahre lang hat Michael Garling an seinem Solarboot getüftelt

Zur Feier des Tages gibt es Mojito. Das Boot ist ja fest vertaut, Kumpel Franky und Kumpeline Michi bestaunen es zum ersten Mal, da darf man mal anstoßen. Michael Garling hat an alles gedacht, Crushed Ice, Rum, Minze, Rohrzucker, alles an Bord.

Die SolondaFoto: Lena Ganssmann
Die Solonda
Foto: Lena Ganssmann

 

Das erste „Solar-Entschleunigungsboot“ nennt er seine Erfindung „Solonda“ (von „sol y onda“ – Sonne und Welle). Los ging alles vor fünf Jahren: Seine Frau hat keine Lust mehr aufs Paddeln. Garling kauft sich ein neues Gefährt und bleibt damit in der Schleuse am Urbanhafen stecken. Beim Abtransport des kaputten Bootes lernt er Bernd Taborsky kennen, Bootsbauer und -händler aus Plötzin. Sie fangen an zu träumen – von einem Elektroboot, autark, voll solarbetrieben. Drei Jahre tüfteln sie gemeinsam, Garling am Konzept, Taborsky an der Umsetzung. „Ich habe ihm die Idee geschenkt“, sagt Michael Garling, „und er mir das Boot.“ Die Materialkos­ten von rund 19.000 Euro hat sich Garling zusammengespart. Das Boot sei nun seine Altersvorsorge, sagt er.

Ein Entschleunigungsboot, auf dem es Mojitos gibt

Die SolondaFoto: Lena Ganssmann
Die Solonda
Foto: Lena Ganssmann

Der Mojito muss warten, eine kleine Spritztour will der Kapitän den Gästen bieten. Fast lautlos gleitet die Solonda den Teltowkanal hinunter. Franky liegt in der Sonne, Michi sitzt auf dem Dach und spielt Ukulele. In der Mitte glitzert das Wasser, an den Rändern gleitet das Leben der anderen vorbei: Vor dem schicken Ruderclub Treptow bereiten sich Jugendliche, 1-2-1-2, auf Wettkämpfe vor, gegenüber liegen teure Boote vor noch teureren Wassergrundstücken. Kein Grund für Neid. Die Solonda braucht nur die Sonne. Und wir auch.  Lydia Brakebusch

Infos zu Spritztouren, je nach Anlass auch gratis: bald unter iboat.com