Historiendrama

Der Stern von Indien

Das Ende der britischen Kolonialzeit

ZITTY-Bewertung: 4/6

Delhi 1947: Lord Mountbatten, der neue Vizekönig, und seine Familie ziehen in den Palast mit seinen über 500 Bediensteten ein. Er ist gekommen, um das Ende der britischen Herrschaft auf dem indischen Subkontinent zu verwalten. Doch es kommt zu religiösen Unruhen zwischen Hindus, Sikhs und Moslems. Am Ende ist Indien unabhängig – und aufgeteilt in die indische Union und Pakistan. 14 Millionen Menschen in beiden Staaten müssen ihre Heimat verlassen.

Gillian Anderson, Hugh Bonneville
Foto: Tobis / Kerry Monteen

Die britisch-bengalische Regisseurin Gurinder Chadha („Kick It Like Beckham“, 2002) hat einen Teil ihrer Familiengeschichte verfilmt. Der Palast mit seinen Bewohnern wird zum Mikrokosmos einer Gesellschaft im Umbruch. Und während man auf der Herrenebene schwitzt und Tee trinkt, feiert man auf der Dienerebene farbenfrohe Feste mit ausführlichen Gesangseinlagen. Hier entwickelt sich auch eine Romanze zwischen einem Hindu und einer Muslima.

Ein opulenter Film, dem gelegentlich unter seinen Ansprüchen, zugleich Historienepos, Melodram und Gesellschaftsporträt zu sein, der Atem ausgeht. Aber in seiner akribischen Rekonstruktion der Manipulation politischer Prozesse ist er hinter all dem Uniform-Gefunkel und Sari-Geraschel ein ungemein politischer, aktueller Film.

„Viceroy’s House“, GB/IND 2017, 106 Min., R: Gurinder Chadha, D: Hugh Bonneville, Gillian Anderson, Michael Gambon

Der Stern von Indien

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