Der Test

Kino mit vierter Dimension

Warum das denn?

Das Cineplex Alhambra in der Weddinger Seestraße ist das erste Kino in Berlin, das zwei Säle mit insgesamt 36 beweglichen D-Box-Sesseln ausgestattet hat. Wenn Autos explodieren, Motorradfahrer sich in die Kurve legen oder riesige Saurier brüllen, dann sehen und hören die Zuschauer*innen es nicht nur – sie spüren es auch in ihren Sitzen. Dafür müssen sie  sechs Euro extra zahlen. Ich habe die Sessel ausprobiert. 

Wie war’s?

Bewegliche Kinosessel im Cineplex Alhambra: Foto: Xenia Balzereit

Die meiste Zeit echt anstrengend, manchmal aber auch interessant und spaßig – das kommt ganz auf den Film an. Beim Actionfilm „Ready Player One“ zum Beispiel spürt man jede Explosion, jeden Zusammenstoß, jedes Auto, das sich überschlägt. Der Sitz vibriert dann oder ruckelt von links nach rechts, vor und zurück. Insgesamt haben die Sitze 40 verschiedene Bewegungsarten drauf. Weil der Sitz aber jeden Crash mit Ruckeln begleitet, fällt es umso mehr auf, dass er das wohlbekannte Gefühl von Beschleunigung nicht wiedergeben kann. Dagegen bietet der Sessel beim Film „Gravity“ einen Vorgeschmack auf ein Gefühl, das kaum ein Mensch kennt: das der Schwerelosigkeit. Wenn George Clooney im Raumanzug durchs All gleitet, sind es nicht seine braunen Augen, die ein Kribbeln in meinem Bauch auslösen, sondern tatsächlich ein Gefühl von Schwerelosigkeit – oder zumindest dem, was ich mir darunter vorstelle. Ein grundlegendes Problem haben die Sitze aber: Sie wackeln immer, egal ob der Protagonist was aufs Maul bekommt oder ihre Widersacherin, egal ob das Auto der Protagonistin gegen eine Brücke kracht oder das des Verfolgers. Mich hat das verwirrt, weil ich mich meist nur in eine Person hineinversetzen kann und nicht in mehrere gleichzeitig – inbesondere dann, wenn diejenige gerade gegen ein Monster oder ein Riesenarschloch kämpft.

Wie geht’s weiter?

Im September starten im Cineplex gleich 13 Filme mit D-Box-Option, darunter „Toy Story“, „Angry Birds 2“, „Teminator: Dark Fate“ und „Frozen“.