Sommer, Sonne, Schwimmbäder !

Der ultimative Freibadtest

Das Bad in der Menge. Wir sind von 7,5-Meter-Türmen gesprungen, einfach ins Blaue hinein. Sind 50-Meter-Bahnen rauf- und runtergekrault. Wurden in Kinderplanschbecken beiseite gelacht. Sind auf Liegewiesen weggedämmert und wurden durch Teenie-Lautstärke wieder wach. Standen für Pommes an und vor Rutschen. Berlins Freibäder zwischen Spaß und Stress: Der große zitty-Test. Jetzt kennen wir sie alle.

Sommerbad Kreuzberg

Auch wenn es für manch besorgten Bade­gast einem gefliesten Gefahrengebiet gleicht: Das Sommerbad Kreuzberg, in „Prinzessinnenbad“ zu Kultfilm-Ehren gekommen, ist eine Institution. An einem heißen Sommer-Nachmittag trifft man dort zwar Security-Leute, die zwischen den Bassins patrouillieren, aber statt messerschwingender Cliquen baden hier vor allem Kinder. Die Jugend indes tummelt sich zum Sehen-und-Gesehen-Werden am Beckenrand. Am Eingang weht eine Regenbogenflagge; statt Pommes-Schranke holt man sich in der Caféteria Kräuterlimonade und veganes Chili sin Carne oder Pommes Frites „Halal“. Für das Kreuzberger Lebensgefühl, so scheint es, wird das Prinzenbad stets ein Spiegel bleiben.

Sommerbad Kreuzberg
Prinzenbad Sommerbad Kreuzberg

Becken: Zwei 50-m-Schwimmbecken, Nichtschwimmerbecken, Kinderplanschbecken
Liegewiese: angenehm groß
Publikum: Durchschnittsalter um die 20
Flirtfaktor: hoch
Pommesstand-Schlange: zwei Meter
Personal: Sehr sympathischer Bademeister. Eher Chabo als Babo, wacht er lässig über sein Reich. Security ist präsent, aber nicht martialisch.
Vom Beckenrand springen: Bademeister sagt nix.

Prinzenstraße 113-119, Kreuzberg, Mo-So 7.30-19.30 Uhr

 

Sommerbad Neukölln

Lustiges Multikulti-Bad, in das Familien aus ganz Neukölln und Umgebung stürmen, ausgerüstet mit Tischen, Stühlen und bis oben vollgepackten Shoppern. Man findet auf der riesigen Liegewiese dennoch auch ruhige Ecken. Im Kinderbecken zieht man seinen Nachkömmlingen besser was Quietschbuntes an, sonst sind sie in der Masse der Badefamilien bald schwer auszumachen. Besonders am Sonntag, dem Familientag. In der Woche, gerade zum Nachmittag hin, gibt es auch allerlei hippes Szene-Publikum, das bei der After-Work-­Erfrischungsmaßnahme besichtigt werden kann.

Sommerbad Neukölln
Sommerbad Neukölln

Becken: 50-m-Schwimmbecken, 1- und 3-m-Sprungbrett, 5- und 10-m-Plattform, 83-m-Rutsche, Mehrzweckbecken mit Nichtschwimmerbereich, Babybecken, Kinderrutsche, Wasserpilz
Liegewiese: riesig und auch schattig
Publikum: sehr gemischt, von Neuköllner Familien und Szene-Hipstern bis zu hormonauffälligen 15-Jährigen
Flirtfaktor: am Beckenrand erheblich
Pommesstand-Schlange: Sehr kurz. Hilfreich auch, dass die meisten Familien ihren Kühlschrankinhalt mitbringen.
Sprungturm-Schlange: 5 bis 10 Leute
Personal: Neben den Bademeistern und der Security gibt es auch Leute der Deeskalationsinitiative „Cool am Pool“.
Vom Beckenrand springen: Schilder, die davor warnen. Durchsagen, die darauf hinweisen. Gäste, die beides ignorieren.
Besondere Auffälligkeit: regelmäßige Durchsagen, mit welcher Bekleidung man ins Wasser darf und mit welcher nicht

Columbiadamm 160, Neukölln, Mo-Sa 8-20 Uhr

 

Kombibad Gropiusstadt

Im Süden Neuköllns liegt das Kombibad Gropiusstadt. Die dazugehörige Schwimmhalle hat im Sommer aber geschlossen. Im Freibad gibt es zwei große Becken: ein 50-Meter-Schwimmerbecken mit Ein- und Dreimeter-Sprungbrett und ein Nichtschwimmerbecken mit kleiner Rutsche. Das Hauptwährungsmittel an der Schwimmbadkasse ist in den Sommerferien die Schwimmkarte aus dem Ferienpass und so bevölkern hier vornehmlich Schüler die großzügige Liegewiese. Das schlägt sich auf den Lärmpegel nieder: Wer nur die halbe Dröhnung braucht, kommt besser ­außerhalb der Ferien.

Kombibad Gropiusstadt
Einweihung Kombibad Gropiusstadt 28. August 2014

Becken: 50-m-Schwimmbecken, Nichtschwimmerbecken
Größe Liegewiese: großzügig
Publikum: hoher Schüleranteil
Flirtfaktor: hoch
Pommesstand-Schlange: recht lang
Vom Beckenrand springen: fällt im Getümmel gar nicht weiter auf

Lipschitzallee 27-33, Neukölln, Mo-So 7.30-20 Uhr (bis 4.9.)

 

Sommerbad am Insulaner

Die orangefarbene Wasserrutsche und die gelben Wasserpilze sind Kult. Als „Luftbad Südende“ ging’s am Trümmerberg Insulaner in den 1950ern los mit dem Bade­spaß. Zu Stoßzeiten am Wochenende und im Hochsommer führt die Warteschlange am Eingang gerne mal den Munsterdamm entlang. Für Sammelkartenbesitzer gibt es einen „Express-Eingang“. Die Umkleideklabinen sind, wie Duschen und Toiletten, etwas veraltet.

Sommerbad am Insulaner
Sommerbad am Insulaner

Becken: 50-m-Edelstahl-Becken mit Abtrennung zum Sprungbereich (1, 3, 5 Meter), Nichtschwimmerbecken mit Rutsche und Wasserpilzen, Baby-Planschbecken mit Rutschrampe
Liegewiese: Große Wiese am Hang, die um die Becken herumführt. In ­Wassernähe eher laut und voll, hangaufwärts ruhig. Am Schwimmerbecken gibt es Stein­plateaus, die als Liegefläche dienen.
Publikum: zur Ferienzeit: Kinder, Jugendliche und ein paar Aufsichtspersonen
Flirtfaktor:  tagesabhängig
Pommesstand-Schlange: An der „Fress­meile“, die von Pommes-Schranke bis ­Crêpe und Eis alles anbietet, kann’s länger werden.
Sprungturm-Schlange: bei bedecktem Himmel sechs Kinder lang
Klauschutz: 1-Euro-Schließfächer für Wertsachen nutzen. Oder eigenes Vorhängeschloss für die Spinde mitbringen.
Vom Beckenrand springen: je nach Häufigkeit der Missachtung: ruhige Ermahnung, schrilles Pfeifen, strenge Zurechtweisung
Bademeister: echte, braungebrannte ­Berliner Atzen

Munsterdamm 80, Steglitz, Mo-So 7.30-19.30 Uhr

 

Sommerbad Marienfelde

Altes, heruntergerocktes Bad mit 1950er-­Jahre-Charme, das üblicherweise gut besucht ist. Deshalb ist Marienfelde auch (neben Pankow) als Standort für eines der beiden neuen Kombi­bäder vorgesehen. Die größte Besuchergruppe ist im geschätzten Alter von zehn bis 16 Jahren und springt gern vom Ein- oder Drei-Meter-Brett. An richtig heißen Ferien- und Wochenendtagen darf man sich auf eine Schlange bis zur Bushaltestelle nebenan freuen.

Sommerbad Marienfelde
Sommerbad Marienfelde

Becken: 50-m-Becken, Sprungbecken, Nichtschwimmerbereich mit Rutsche, Planschbecken
Sicherheit: Gut. Zwei Security-Leute am Eingang: Entspannt und Zigaretten rauchend. Sie erzählen, dass heute nicht viel los ist, aber mittlerweile hat jedes Bad ­Security, denn allerlei Delikte kämen vor: Diebstahl, Schlägereien, Grabschen. In anderen Bädern. Nicht in Marienfelde.
Vom Beckenrand springen: Für Kinder kein Problem. Der Bademeister hat seinen huldvollen Tag.
Laute-Musik-Test: Asian Dub Foundation. Keine Beschwerden. Sehr gut, Badefreunde!

Rixdorfer Straße 130, Mariendorf, Mo-So 10-18 Uhr

 

Kombibad Mariendorf

Am Testtag stehen selten mehr als zwei oder drei Badefreunde an der Kasse. Dieses Jahr ist das Bad nicht so gut besucht. Mutmaßung vom Kassierer: Die Leute hielten es schon für geschlossen, weil es umgebaut werden soll (siehe Sommerbad Mariendorf). Das werde aber vermutlich nicht einmal 2017 passieren. Schade eigentlich, dass die schöne große Liegewiese, die Sportflächen (Fuß-, Volley-, Basketball) und die beiden geschwungenen Riesenrutschen mit hohem Spaßfaktor nur wenig in Gebrauch sind. Kann aber auch am drohenden Regen­einbruch am Testtag liegen.

Becken: 50-m-Becken, Planschbecken, Wasserrutschen
Liegewiese: schöne große und grüne ­Liegewiese
Publikum: im Schnitt um die 14. Jüngere mit Elternbegleitung
Vom Beckenrand springen: vor den Augen des Bademeisters getestet. Keine Regung
Personal: Security ist am Testtag zu Hause geblieben. Vermutung vom Bademeister: zu wenig los.
Besonderheit: Bei den Pommes mit Ketchup wird die Menge sehr akkurat mit einer Küchenwaage abgewogen. Ansonsten gibt es auch Leberkäse im Angebot. Wir sind hier eben im Süden.

Ankogelweg 95, Mariendorf, Mo-So 7-20 Uhr

 

Sommerbad Lichterfelde

Kein städtisches Bad, sondern verpachtet. Kleines Bad in einem großen, gepflegten Garten mit vielen Blumen. Früher war es eine bescheidene Grube, weshalb es liebevoll Spucknapf (Spucki) genannt wird. Inzwischen ist es modernisiert.

Becken: Nichtschwimmerbecken, Planschbecken, 19,6-m-Schwimm­becken
Publikum: Familien und Saunagänger (in der Regel Rentner)
Bademeister: Er arbeitet ehrenamtlich und ist freundlich. Security gibt es hier nicht, Diebstahl laut Bademeister auch nicht. Heile Welt.
Sauna & Wellness: Finnische, Kräuter-, ­Biosauna, Dampfbad. Im Außenbecken gibt es Unterwasser-Massageliegen.
Besonderheit: Weil verpachtet, von den Bäderbetriebe-Bädern abweichende Eintrittspreise. Zum Beispiel eine Pärchen­karte für 10 Euro.

Hindenburgdamm 9, Lichterfelde, Mo-So 10-19 Uhr

 

Sommerbad Wilmersdorf

Das Sommerbad in Schmargendorf, im Volksmund besser bekannt als „Lochow“, ist eines der schönsten Freibäder in zentraler Lage. Seinen Spitznamen verdankt es dem ehemaligen Namen der nahe gelegenen Fritz-Wildung-Straße, die vor 1968 Lochowdamm hieß. Auch schön: Über­dimensionales Outdoor-Schachfeld, Trampolin, Klettergerüst, Tischtennisplatten. Mit parkähnlichem Charakter und vielseitigem Angebot ist es für jeden Schwimmtyp zu empfehlen. Etwas kleine Umkleideräume und dunkle Toiletten allerdings.

Sommerbad Wilmersdorf
Sommerbad Wilmersdorf

Becken: 50-m-Schwimmbecken, 20-m-Lehrschwimmbecken, großes Edelstahl-Nichtschwimmerbecken mit kleiner Rutsche, Whirlfläche, Wasserpilz, Babyplanschbecken, Sprungbecken am 10-m-Turm (separat)
Liegewiese: sehr großzügig, mit begrüntem Rand und vereinzelten Bäumen auf der Wiese
Publikum: Abends kommt das Schwimmerpublikum und mischt sich mit der vom Tage übriggebliebenen Jugend. Familien sind dann meist schon zu Hause.
Sprungturmschlange: Wenn der ­Fünfer oder Zehner geöffnet hat, gibt es viele Schaulustige, aber wenige Mutige, die sich wirklich hochtrauen.
Bademeister: Machen eine gute Figur, wenn sie vom „Baywatch“-Turm Ausschau halten.
Besonderheit: Im Schwimmerbecken gibt es bis 13 Uhr drei für Schnellschwimmer abgetrennte Bahnen.

Forckenbeckstraße 14, Mo-So 7-20 Uhr

 

Sommerbad Olympiastadion

Ein architektonisches Highlight im Schatten der Stadiontribünen, gerade erst renoviert und mit neuem Edelstahlbecken ausgestattet: zum Relaxen, Abhängen, Schwimmen und Schwimmergucken. Unser Lieblingszeitpunkt für die ­Sommerferien: ab 16 Uhr. Dann kann man in einiger Ruhe ­seine Bahnen ziehen.

Becken: großes Kinder- und Familienbecken mit Rutsche in ausreichendender Entfernung zum Schwimmerbecken; sehr großes 50-m-Schwimmerbecken mit abgesperrtem Trainingsfeld für Schnellschwimmer
Liegewiese: viele Sitzmöglichkeiten auf Betontreppen und Bänken und eine große Liegewiese mit viel Platz und Bäumen
Publikum: querbeet durch alle Typen und Alters­klassen
Flirtfaktor: eher weniger, die sexy Schwimmer und Schwimmerinnen sind alle mit Schwimmtraining beschäftigt
Pommesstand-Schlange: kein Andrang und die Pommes sind schwimmbadperfekt
Sprungturm-Schlange: kein Andrang – gut, um mal zu testen, ob man sich vom Zehner runtertraut. Oder eben nicht.
Bademeister: Einmal mit Schuhen am ­Beckenrand, und schon gibt’s eine klare Ansage.
Besonderheit: Wenn es ruhiger wird im Bad, gucken sich Krähen ungestört die Mülleimer genauer an. Erinnert an Hitchcocks „Die Vögel“.

Olympischer Platz 3, Charlottenburg, Mo-So 7-20 Uhr

 

Sommerbad Staaken-West

Zugegeben: Ein wenig abseits liegt das Sommerbad schon. Doch dafür kann man sich auf der für das kleine Bad ziemlich großen Liegewiese den Raum nehmen, den man braucht. Nicht sonderlich viele Leute finden den Weg hierher. Aber die da sind, genießen ihr Teenager-Alter. Somit wirkt auch das Personal etwas unterfordert und wischt netterweise die von den Gästen in der Umkleide hinterlassenen matschigen Fußabdrücke umgehend wieder weg. Wer allerdings auf Action aus ist, dürfte hier enttäuscht werden. Lediglich zwei kleinere Schwimmbecken und eine winzige Rutsche warten auf die Badegäste.

Sommerbad Staaken-West
Sommerbad Staaken-West

Becken: zwei Schwimm-, ein Kinderplanschbecken
Liegewiese: für das kleine Bad erstaunlich groß
Publikum: Durchschnittsalter 16
Flirtfaktor: sehr mäßig
Pommesstand-Schlange: keine
Vom Beckenrand springen: nicht empfehlenswert, Bademeister nehmen ihren Job sehr ernst
Bademeister: Eine Frau, ein Mann, beide mit strengem Blick. Vielleicht ist deshalb ­keine Security notwendig.

Brunsbüttler Damm 443, Spandau, Mo-So 10-18 Uhr

 

Kombibad Seestraße

Vorurteile sind dazu da, revidiert zu werden. Das Kombibad Seestraße etwa, mitten im tiefsten Wedding gelegen, ist ein schöner Ort für Familien, ­kartenspielende Rentner, aber auch, vor allem morgens und abends, für Fitness-Schwimmer. Dass es in diesem sichtbar aus den 1970er Jahren stammenden Bad eher gemächlich zugeht, liegt wahrscheinlich am Fehlen spektakulärer Mutproben-Anlagen wie Sprungtürmen oder rasanten Rutschen, einem wichtigen Lockmittel für testosteronumnebelte Jungmänner. Doch auch die Bademeister – am Testtag waren drei ältere Herren vor Ort, ­einer davon mit imposantem Haarzopf – sorgen für eine nette Atmosphäre: Sie behandeln das gemischte Publikum mit einem freundlich-knurrigen Ton und geben auch spontan mal einen Schwimmkurs mit Hilfsmitteln, wenn sie sehen, dass ein paar Kids Probleme haben, sich über Wasser zu halten.

Kombibad Seestraße
Kombibad Seestraße

Becken: 50-m-Edelstahlbecken ohne abgegrenzte Bahnen für Fitness-Schwimmer, riesiges Nichtschwimmerbecken mit kleiner Rutsche im Elefanten-Look, plus Kleinkinderplanschbecken mit Wasserbrunnen und Sicherheitsbegrenzungen
Liegewiese: großzügige Abmessungen, Schatten spendende, riesige Bäume. Schön abgelegen: ein Spielplatz
Publikum: Familien, Rentner, Jugend-Cliquen von 10– ca. 15 Jahren
Flirtfaktor: hoch
Pommesstand-Schlange: Imbissbude nur bei Hochbetrieb geöffnet. Ansonsten: nettes Restaurant mit Sonnenterrasse
Bademeister: freundlich-knurrig

Seestraße 80, Wedding, Mo 10–20 Uhr, Di-So 8–20 Uhr

 

Sommerbad Humboldthain

Sympathisches kompaktes Bad mit direktem S-Bahn-Anschluss. Das zumindest an diesem Nachmittag sehr entspannte Publikum besteht aus Weddinger Familien, ein paar Teenagern und einem Alt-Hippie. Mit Ausnahme der Highspeed-Rutsche, die hier der Hit ist, dem Ein-Meter-Brett und zwei steinernen Tischtennisplatten gibt es keinerlei Firlefanz. Einfach Becken, und gut ist.

Becken: 50-m-Becken, zweigeteilt in Schwimmer/Nichtschwimmer, ein Kinderbecken
Liegewiese: wie alles im Bad sehr kompakt, bei Hitze ziemlich voll.
Publikum: viele Mütter mit Kind, Familien, Ferienkinder
Flirtfaktor: eher gering
Pommesstand-Schlange: am Spätnachmittag fünf Leute. Gar keiner am Kantinen-Café nebenan, in dessen Fenster ein „Halal Certificate“ vom Islamischen ­Zen­trum Aachen hängt
Sprungturmschlange: 15 Leute
Vom Beckenrand springen: Wird vom Rettungsschwimmer schon bei Annäherung an den Beckenrand antizipiert – freundlicher Ordnungsruf.
Bademeister: sehr entspannt
Besonderheit: der Kinderspielplatz: eine kleine Rutsche, eine ganz kleine Rutsche, ein Wackeltier, ein Mülleimer. Kommentar der Begleitung: „Sowas Trostloses habe ich lange nicht gesehen!“

Wiesenstraße 1, Wedding, Mo-So 10-18 Uhr

 

Freibad Pankow

Sommerhitze plus Ferien: heikle Kombination im Sommerbad Pankow. Da knallen die Sicherungen im Zehnerpack durch. Tags zuvor soll wieder die Polizei dagewesen sein – wegen Jungmännergruppen mit schwankendem Gemüt, Intensivspringern am 7,5-Meter-Turm. Dabei ist das Bad – Ende der 50er Jahre ge-, Anfang der 00er umgebaut – toll, groß, modern, familientauglich. 98-Meter-Doppelrutsche, vier Becken, Strömungskanal. Nur für die zugewucherte Tribüne unter der Umkleide war kein Geld mehr da. Und die 10-Meter-Sprungplattform musste abgebaut werden. Das Sprungbecken war nach dem Umbau zu kurz.

Freibad Pankow
Freibad Pankow 2016

Becken: Erlebnisbecken mit Strömungs­kanal, 50-Meter-Schwimmbecken, Sprungbecken, Kinderbecken
Liegewiese: riesig, in drei Richtungen um die Becken. Rasen: verbrannt, aber sauber
Publikum: weniger Familien als erwartet, aber trotzdem einige Eltern mit Kindern; Jugendliche
Verpflegung: vier Stände für Kuchen, ­Kaffee, Getränke, Süßwaren, Snacks
Pommesstand-Schlange: in der Hochzeit erheblich, abends nicht existent
Sprungturm-Schlange: wetterabhängig; verlängert durch Kinder, die sich dann doch nicht trauen zu springen
Bademeister: in der Mittelinsel zwischen den Becken: freundlich, aber bestimmt
Security: Muss selbst abends noch einzelne Knalltüten aus dem Bad eskortieren.
Vom Beckenrand springen: überall Seile als Beckenabsperrung
Besonderheit: Nebenan soll ein 30-Millionen-Euro-Multifunktionsbad entstehen.

Wolfshagener Straße 91-93, Pankow, Mo-So 8-20 Uhr

 

Kinderbad Marzahn (Platsch)

Wer ohne Kind in dieses versteckte Bad inmitten der Marzahner Plattenbauten geht – beispielsweise, um es zu testen – wird nach einer Minute vom ersten und nach drei Minuten vom zweiten Bademeister angesprochen. Was man denn hier mache? Der Tonfall ist bestimmt. Ja, das Platsch ist tatsächlich ein Kinderbad und nur für Kinder. Das kreisrunde Becken ist gerade mal 60 Zentimeter tief. Von oben am Hang verläuft ein Wasserlauf. Ansonsten gibt es nichts: keine Pommes, keinen Sprungturm, keine halbstarken Jugendlichen. Für die Kinder ist das ideal, für Eltern, die selbst nicht schwimmen wollen, auch.

Kinderbad Platsch
Kinderbad Platsch

Becken: rund, 15 Meter Durchmesser, nur 60 Zentimeter tief
Liegewiese: ausreichend
Publikum: Durchschnittalter 5 Jahre
Bademeister: sehr sympathisch
Strafe für laut Musikhören: Bademeister ist sofort zur Stelle

Max-Herrmann-Straße 7, Marzahn, Mo-So 10-18.30 Uhr

 

Sommerbad Wuhlheide

Gemeinhin ist die Wuhlheide in Oberschöneweide für das Kinder- und Jugendfreizeitzentrum FEZ bekannt, aber nicht viele wissen um das etwas versteckt liegende Sommerbad. Also für uns Grund genug, auch dieses einem Test zu unterziehen. Der Weg lohnt sich: Die große Liegewiese wird nicht nur von einem liebevoll gestalteten Spielplatz, sondern auch von einem kleinen Trainingsareal komplettiert. Und ein bisschen kann man dann schmunzeln, als fast alle Gäste bei einem kleinen Regenschauer die Becken verlassen und sich lieber unterstellen. Als könnte man noch nasser werden.

Sommerbad Wuhlheide
Sommerbad Wuhlheide

Becken: ein Schwimmbecken, ein großes Planschbecken und eine kleine Wasser-Spaßwelt
Liegewiese: angenehm groß
Publikum: Durchschnittsalter 15
Flirtfaktor: sehr mäßig
Pommesstand-Schlange: keine
Bademeister: Zwei Damen haben den ­Laden voll im Griff, deshalb sind auch keine Securities zu sehen.
Vom Beckenrand springen: möglich, aber nicht empfehlenswert (siehe oben)

Treskowallee 211, 12459 Berlin – Oberschöneweide, Mo-So 10-18 Uhr