Familiendramödie

Der Wein und der Wind

Drei Geschwister kämpfen um das Überleben ihrer Winzerei im Burgund

ZITTY-Bewertung: 5/6

Mit seinen Großstadt-Filmen „Barcelona für ein Jahr“ (2002) und „Lʼauberge espagnole – Wiedersehen in St. Petersburg“ (2005) hat der französische Autor und Regisseur Cédric Klapisch das Leben der Twentysomethings beleuchtet. In seinem neuen Film wendet er sich nun drei Geschwistern zu – und der Natur.

Die Winzerei kann auch Spaß machen – Juliette (Ana Girardot) und Jean (Pio Marmaï)
Foto: Studiocanal GmbH

Jean (Pio Marmaï) kehrt auf das elterliche Weingut im Burgund zurück, sein Vater liegt im Sterben. Vor etlichen Jahren hatte er der Familie und der Provinz nördlich von Lyon den Rücken zugekehrt und sich in Australien eine Existenz mit Frau und Kind aufgebaut. Nun wird er von seinen jüngeren Geschwistern Juliette (Ana Girardot) und Jérémie (Francois Civil) zwar zuerst herzlich aufgenommen, es stehen aber lebensverändernde Entscheidungen an: Will Jean nach dem Tod des Vaters seinen Teil des Erbes verkaufen und damit das Weingut den Händen der Familie entreißen? Juliette hat sich mit den Jahren zu einer echten Wein-Fachfrau entwickelt und möchte die Winzerei weiter betreiben, und auch Jérémie packt fleißig mit an. Jean bleibt vorerst und darf miterleben, wie seine Geschwister mit der Natur verbunden sind, wie sie im Lauf der Jahreszeiten den Weinberg hegen und pflegen, wie Helfer zur Ernte angeheuert werden, wie die Reben gedeihen. Wie wird sich Jean entscheiden?

Ein Hauptdarsteller in dem schönen Film ist die Natur. Klapisch und sein Team haben sich viel Zeit genommen, um den Wechsel der Jahreszeiten in wunderbaren Bildern einzufangen. Und so reichert er den klassischen Konflikt des Einzelnen mit der durchaus auch eingrenzenden Familienbande durch ein Porträt des Winzerdaseins an und lässt seine angenehm unspektakulär und herzlich erzählte Geschichte einmal mehr in der Frage münden: Ist es der Ort, der einen ausmacht, oder ist es die eigene Persönlichkeit?

„Ce qui nous lie“, F 2017, 113 Min., R: Cédric Klapisch, D: Pio Marmaï, Ana Girardot, Francois Civil, Jean-Marc Roulot
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Der Wein und der Wind

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