Kino

Die Agentin

Ein Agentenfilm, das Drama einer Frau zwischen den Stühlen, ein Thriller? Yuval Alders „Die Agentin“ ist all das und würde sich wohl in alledem verlieren, wenn er nicht von Diane Kruger zusammengehalten würde. Das einst belächelte Ex-Model lässt über so manche Drehbuchschwäche hinwegsehen und liefert eine bemerkenswert runde, reife Performance ab.

Foto: Kolja Brandt

Kruger spielt Rachel, eine im Ausland aufgewachsene Deutsche, die vor Jahren für den israelischen Auslands-Geheimdienst Mossad rekrutiert wurde. Als Frau ohne Bindungen, praktisch ohne Heimat, wirkte Rachel wie die ideale Undercover-Agentin. In der iranischen Hauptstadt Teheran wird sie auf den Geschäftsmann Farhad (Cas Anvar) angesetzt, der mit Elektronik handelt, die möglicherweise auch im Nuklear-Programm des Landes verwendet wird. Unweigerlich verliebt sich Rachel in Farhad und steht bald vor der Frage, gegenüber wem sie loyal sein soll.

Allerdings scheint sich der israelische Regisseur Yuval Alder nicht so recht entscheiden zu können, wie sehr er die Methoden seines Heimatlandes hinterfragen möchte, und ob er einen psychologischen Thriller drehen will oder doch einen Actionfilm. Im Zweifelsfall verlässt er sich daher auf die Präsenz von Diane Kruger, was „Die Agentin“ zu einem soliden, wenn auch unspektakulären Agentenfilm werden lässt.

The Operative, D/F/IL/USA 2019, 116 Min., R: Yuval Adler, D: Diane Kruger, Martin Freeman, Cas Anvar, Start: 29.8.