Berlin

die Aktivisten vom Tempelhofer Feld: der Zwischennutzer

Dort, wo ab 2016 gebaut werden soll, stehen derzeit Installationen aus weißer Folie, daneben Hütten und Holzkisten voller Pflanzen. Es ist das Gelände der Arche Metropolis, einem der Pionierprojekte, so nennt der Senat die Zwischennutzer auf den Feldrändern. Tarik Mustafa, 39, ist der Initiator. ­Seine Idee, das Wesen der Nachhaltigkeit zu erforschen und das Wissen mit einer Arche einmal um Europa zu schippern, stieß auf Gegenliebe. Mustafa bekam 1,3 Hektar vom Feld. Die Hälfte hält er noch frei, für die Arche. Doch sieht es so aus, als müsste Mustafa das Feld räumen, bevor das Boot steht. Arche Metropolis hat keine Verlängerung des Pachtvertrages bekommen.

Zur Zeit sind noch 16 Pionierprojekte am Rand des Feldes aktiv. Ein paar davon dürften auf das verkleinerte Feld ­umziehen. Auf dem Masterplan der Senatsverwaltung sind für sie fünf Flächen eingezeichnet.

Seit 2007 werden Berlins Bürger in die Planung des Tempelhofer Feldes eingebunden, mit Informationsveranstaltungen, Workshops, Ideenwettbewerben, Nutzerbeirat. „Dort stellen die Mitarbeiter von Tempelhof Projekt, Grün Berlin und der Senatsverwaltung den Bürgerinnen und Bürgern vor, was sie erarbeitet haben. Das ist die äußerste Minimalvariante von Partizipation“, sagt Mustafa, und: „Nur wenn man mit­einander redet, kann man gemeinsam etwas gestalten.”

Mustafa beschäftigt sich viel mit Bürgerbeteiligung. Sein  Traum ist, das Tempelhofer Feld kleinteilig, organisch und basisdemokratisch zu entwickeln. „Es könnte ein Modellort für nachhaltige Stadtentwicklung werden“, sagt er.