Unsere Empfehlungen

Unsere Büchertipps für die Quarantäne

Die Leipziger Buchmesse ist abgesagt, so wie alle anderen Veranstaltungen. Aber wir haben ja noch die Bücher. Und die hier sind gut.

Wir haben die besten Berlin-Bücher, die in diesem noch jungen Jahr erschienen sind. Foto: flickr/Pietro Bellini
Wir haben die besten Berlin-Bücher, die in diesem noch jungen Jahr erschienen sind. Foto: flickr/Pietro Bellini

Johannes Groschupf: Berlin Prepper

All dieser Hass! Jeden Tag wird er im Internet ausgekübelt. Es sind Menschen wie der Social-Media-Redakteur Noack, die den Dreck beseitigen müssen. Aber Noack hat selbst nicht alle Latten am Zaun: Er ist ein Prepper, der rigide trainiert, in seiner Wohnung Lebensmittel hortet. Kommt einem gerade irgendwie bekannt vor. Doch dann wird Noack eines Nachts angegriffen, er ist hilflos. Man muss lange suchen, um ein Buch zu finden, in dem diese Stadt in dieser Zeit besser beschrieben wird.

Suhrkamp, 236 S., 14,95 €

Paulina Czienskowski: Taubenleben

Eine junge Frau, Lois, stellt alles in Frage: ihre Beziehung, ihr Leben. Auslöser: ein One-Night-Stand, dann ein Aids-Test. Und die Angst. In ihrem Debütroman blendet die Journalistin Paulina Czienskowski zurück: in die Kindheit von Lois in der Enge eines tristen Betonbaus. Zur Mutter, die sie nicht versteht. Zum Vater, der früh stirbt. Und zu einem Kind, das sich oft wehtut. Ein Buch über Melancholie, Sinnsuche, Unrast. Und über die Angst, im Leben zu wenig Spuren zu hinterlassen. Wie tote Tauben.

Blumenbar, 224 S., 20 €

Jackie Thomae: Brüder

Das klügste Buch über Männer, das ich in letzter Zeit gelesen habe, stammt von einer Frau. Zwei Halbbrüder, zwei Welten: einer im 90er-Party-Berlin, ein Leichtfuß, ein Hedonist. Und einer im 00er-London, erfolgreich, verheiratet. Bis er ausrastet. Gemeinsam haben die Brüder wenig. Außer den Vater, der in der DDR Medizin studierte, dann zurück in den Senegal ging. Und Thomae erzählt das alles mit jeder Menge Krachersätze. Und betörender Beiläufigkeit.

Hanser Berlin, 416 S., 23 €

Jens Bisky: Berlin.

Biografie einer großen Stadt  Die Geschichte Berlins vom Dreißigjährigen Krieg bis heute: ein Opus magnum der Stadtgeschichte, ein unerhörtes Unterfangen. Bisky – Kunsthistoriker, Philologe, Feuilletonist – zeichnet den Weg der Stadt beginnend mit dem Aufstieg zur preußischen Residenz mit langem Atem und ohne stilistische Girlanden nach. Kurzum: ein Buch wie Berlin: übervoll, voller Ambitionen, hin und wieder verwirrend, mit vielen Namen und Fakten, die man sich merken kann oder auch nicht. Und für das man so richtig Zeit braucht. Also für genau jetzt. rik

Rowohlt Berlin, 976 S., 38 €