Kino

Die defekte Katze

Der Mittdreißiger Kian (Hadi Khanjanpour) ist Assistenzarzt in Hamburg. In romantischer Hinsicht will es nicht klappen bei dem zurückhaltenden Typen. Nach etlichen gescheiterten Dates lässt er sich darauf ein, per professioneller Vermittlung nach einer Partnerin zu suchen. Die im Iran lebende Mina (Pegah Ferydoni) entscheidet sich für ihn, mit 31 Jahren gilt sie in ihrer Heimat als fast zu alt für eine Heirat. Und so sitzen die beiden auf einmal zusammen in einer neubezogenen Wohnung in Hamburg und sind einander ganz schön fremd.

Beide haben beste Absichten und sind doch zu unterschiedlich: Der westlich sozialisierte Kian verschanzt sich bei der Arbeit und ist zugleich enttäuscht von ihrer wenig häuslichen Art. Aus Einsamkeit schafft Mina sich eine schmutziggraue Zottelkatze mit schlechten Manieren an, die zur Metapher, aber auch zum Katalysator ihrer komplizierten Beziehung wird.

Kian und Mina auf der Kirmes
Foto: Gloryfilm Hendrik Heiden

Die Filmemacherin Susan Gordanshekan beobachtet mit ihrem über weite Strecken kammerspielartigen Film nuanciert, klischee- und wertungsfrei die Dynamik dieser arrangierten Ehe. In den Dialogen, mit denen die beiden einander abtasten, wird unter anderem offenbar, dass eine auf diesem Weg entstandene Beziehung schnell an einem ähnlichen Punkt geraten kann wie eine romantisch motivierte.

D 2018, 99 Min., R: Susan Gordanshekan, D: Pegah Ferydoni, Hadi Khanjanpour, Start: 4.10.

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