Drama

Die Einsiedler

Unten im Tal in Südtirol arbeitet Albert (Andreas Lust) für eine Minengesellschaft. Ein Einzelgänger ist er, wortkarg, im ­Umgang mit anderen Menschen und vor allem Frauen wenig erfahren. Oben auf dem Berg lebt seine Mutter ­Marianne ­(Ingrid Burkhard) auf einem Hof, auf dem sie seit ewigen Zeiten lebt – und wo sie auch sterben will. Nach dem Tod ­ihres Mannes Marianne versorgt sie die Tiere, hält den Hof in Stand, unterstützt von ­Albert, der den mühseligen Weg hinauf immer öfter auf sich nimmt.

Von Kontrasten erzählt der ­Südtiroler Regisseur Ronny Trocker in seinem Spielfilm-Debüt, von den Gegensätzen zwischen Berg und Tal, Tradition und ­Moderne – einer Welt, die schon immer so war, wie sie ist, und einer, in der sich ­alles ständig verändert.

Das liest sich ­wenig überraschend, doch Trocker macht aus dieser einfachen Geschichte ein sparsames Drama, in dem kaum ­gesprochen wird, Informationen ganz nebenbei eingestreut werden, in dem die Schauspieler – Profis und ­Laien nebeneinander – wirken wie Figuren in ­einer Doku, was Trockers Erfahrung mit dokumentarischen Formaten verrät.

Die Einsiedler
Foto: 2017 Barnsteiner Film

Viel ­Geduld verlangt „Die Einsiedler“, vor ­allem aber ein aufmerksames, genaues Sehen. Bringt man beides mit, wird man mit einem dichten Drama belohnt, dass es sich und dem Zuschauer nicht gerade leicht macht und gerade deswegen beeindruckt. 

D/A/I 2016, 110 Min., R: Ronny Trocker, D: Andreas Lust, Ingrid Burkhard, Orsi Töth

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