Hochseedrama

Die Farbe des Horizonts

Die etwas flippige und sehr freiheitsliebende US-Amerikanerin von Tami Oldham reist in den frühen 80er-Jahren als junge Frau eher ziellos durch die Welt und lernt auf der paradiesischen Tahiti den englischen Segler Richard Sharp kennen. Es ost liebe auf den ersten Blick, die beiden scheinen in ihrer Rastlosigkeit ideal füreinander – und beschließen, gegen Cash das Segelschiff eines älteren Paares von Tahiti über den weiten Pazifik bis nach San Diego an der US-Westküste zu überführen. Zwar zögert Tami zunächst, da sie aus San Diego stammt und keinerlei Ambitionen hat, nach Hause zurückzukehren, aber Richard zuliebe lässt sie sich auf den Trip ein.

Foto: STXfilms/Tobis

Bereits die ersten Minuten des Films zeigen, dass dieser Trip so richtig schiefgegangen ist: Tami (Shailene Woodley) erwacht verletzt unter Deck eines stark beschädigten Bootes und beginnt verzweifelt nach Richard (Sam Claflin) zu suchen. Von nun an wechselt der Film zwischen dem Gestern auf Tahiti und dem Heute irgendwo auf dem Ozean hin und her. Tami findet Richard verletzt im Beiboot, es beginnt ein physisch und psychisch anstrengender Trip, mit dem nur zerstörten Vehikel auf Land zu stoßen.

Manchmal erleben Leute lebensverändernde Situationen. Das heißt aber nicht, dass diese Ereignisse sofort auch kinotauglich sind. Der isländsiche Regisseur Baltasar Kormákur hat sich nun einer solchen Geschichte angenommen. Das Ganze ist von den Hauptdarstellern gut gespielt und von Kormákur mit einer Kamera, die sich gerne knapp über der Wasseroberfläche bewegt, stimmungsvoll eingefangen. Doch auch der Verzicht auf die Chronologie der Ereignisse und der überraschende Kniff gegen Ende können nicht verschleiern, dass das Szenario nur wenig mitreißend ist.

„Adrift“, USA 2018, 97 Min., R: Baltasar Kormákur, D: Shailene Woodley, Sam Claflin u.a. Kinostart: 12.7.

Die Farbe des Horizonts

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