DRAMA

Die Festung

Das aufBruch-Ensemble überzeugt mit der Wiederentdeckung von ­Werner Buhss’ vergessenem Stück

Soldaten in der Festung: „Die Tartarenwüste“ – Foto: Thomas Aurin

Soldaten dienen auf einer abgelegenen Festung im Grenzgebiet, vor ihnen die Wüste. Das Gerücht herrscht, dass von dort ein Angriff feindlicher „Tartaren“ drohe. Keiner will lange an diesem Ort bleiben, doch paradoxerweise geht niemand. Werner Buhss’ nach Dino Buzzatis Roman „Die Tartarenwüste“ geschriebenes Drama – es wurde einmal in der DDR gespielt – symbolisiert, wie eine Situation sich verselbständigt.

Die Besatzung zeigt das Militär als reglementiertes Sammelbecken von Isolierten, Gescheiterten, die keinen Platz in der Gesellschaft haben, die bestenfalls noch davon träumen, Helden zu werden.

Wir blicken auf ein unheimliches Thea­terbild, Munitionskisten, Podeste und Tarnnetze. Die Festungssoldaten haben keinen Freigang, selbst das Telefon nach außen funktioniert nicht; Drill, Strammstehen, monotone, immergleiche Dialoge. Ab und an mal singen sie ein sentimentales Lied. Auf der Leinwand aber werden ­reale Aufnahmen aus dem Afghanistankrieg gezeigt. War das Stück zu DDR-Zeiten ein hartes Abbild des Mauerstaates, wird es in der Version von aufBruch zu einem eindringlichen Antikriegsdrama. Am Ende jedenfalls wird geschossen. AXEL SCHALK

6.6., 18 Uhr, JVA Plötzensee, Friedrich-Olbricht-Damm 17, Plötzensee. Regie: Peter Atanassow; mit Nehad, Salim, Philipp K., Josef u.a., Eintritt 15, erm. 10 €, VVK über Kasse der Volksbühne: 030 240 65 777