Kino

Die Grundschul­lehrerin

Florence Mautret ist Grundschullehrerin mit Leib und Seele. Dass ihr das ­eigene ­Leben gelegentlich über den Kopf wächst – sie lebt als alleinerziehende Mutter in der Wohnung über der Schule, ihr Sohn Denis ist Schüler in ihrer Klasse – drückt sie weg. Als der Schüler Sacha aus sogenannten schwierigen Verhältnissen dazukommt, nimmt Florence ihn sogar zwischenzeitlich bei sich und Denis auf. Obendrein will Denis sowieso lieber zu seinem ­Vater, der baut auf Java Häuser. Sachas ­Vater ­wiederum, ein Pizzabote mit Motorroller, ist nicht das vermutete verantwortungsloses Scheusal, sondern vernünftig und charmant – was die Sache nicht einfacher macht.

Aufopferungsvoll: Florence (Sara Forestier)

Klamauk-Filme zum Thema Schule gehen immer: von der ­„Feuerzangenbowle“ bis zu „Fack ju Göhte“. Andere wie „Die Kinder des Monsieur Mathieu“ oder „La Mélodie“ versuchen es mit einem ­realistischeren Blick, rutschen aber schnell mal in Richtung Kitsch ab. Dazwischen: fast dokumentarische Arbeiten wie „Die Klasse“ und „Sein und Haben“ aus Frankreich oder auch Maren Ades Debüt „Der Wald vor lauter Bäumen“.

Helène Angel hingegen nimmt ihre Heldin des Alltags und jeden einzelnen Schüler sehr ernst, ohne auf Spannung und Humor zu verzichten. Eine mitreißende, warmherzige, authentisch wirkende ­Geschichte mit einer großartigen Sara ­Forestier („Der Name der Leute“) in der Titelrolle. 

„Primaire“, F 2016, 105 Min., R: Helène Angel, D: Sara Forestier, Vincent Elbaz, Albert Cousi

https://www.zitty.de/event/drama/die-grundschullehrerin/

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