Liebesdrama

Die Habenichtse

Julia Jentsch ist wunderbar in dieser Adaption des vor zehn Jahren veröffentlichten, mit dem Deutschen Buchpreis prämierten Roman „Die Habenichtse“ von Katharina Hacker.

ZITTY-Bewertung: 4/6
ZITTY-Bewertung: 4/6

Jentsch stattet ihre Figur mit einer besonderen Art von Glaubwürdigkeit aus; stundenlang könnte man ihrem zwar meist reduzierten, dabei stets viel sagenden Mimenspiel folgen. Leider kann der Rest des Films da nicht immer mithalten.

Regisseur Florian Hoffmeister – dies ist sein zweiter Langfilm nach „3° kälter“ von 2005 – erzählt uns von Isabelle (Jentsch) und Jakob (Sebastian Zimmler), die sich nach Jahren bei einer Vernissage in Berlin wieder treffen. Und dies ausgerechnet am 11. September 2001. Einem Schicksalstag nicht nur für die gesamte Welt, sondern auch für Jakob und Isabelle, die sich schnell erneut ineinander verlieben. Eigentlich aber wäre Jakob an diesem 11. September in New York gewesen, und der Kollege, der ihn dort vertritt, stirbt in den Ruinen des World Trade Center. Von Anbeginn also steht Isabelles und Jakobs wieder gefundene Liebe unter einem schlechten Stern; und der Umzug von Berlin nach London, wo Jakob als Anwalt arbeitet, macht alles noch schlimmer. Jakob verliert sich zunehmend in Schuldgefühlen, Isabelle in einer Affäre mit einem Drogendealer.

Zwei Habenichtse
Foto: UnaFilm

Spätestens zur Hälfte des in ausgesuchtem Schwarz-Weiß gehaltenen 100-Minüters fragt man sich, was uns das Ganze sagen will. Sind die „Habenichtse“ ein Generationenporträt, geht es vor allem um die historische Zäsur von 9/11, um Schuld und Sühne, oder einfach um ein um sich selbst kreisendes Liebespaar? Man wünscht der Geschichte eine deutlichere Fokussierung und klammert sich derweil an die tollen Momente mit Julia Jentsch. Die den Film freilich allein nicht ganz retten kann.

Die Habenichtse, D 2016, 103 Min., R: Florian Hoffmeister, D: Julia Jentsch, Sebastian Zimmler, Bibiana Beglau, Start: 1.12.

https://www.zitty.de/event/drama/die-habenichtse/