Ausstellung/Museen

Berliner Leben im Biedermeier

Knoblauchhaus | Michael Setzpfandt

Das Knoblauchhaus gehört zu den wenigen, noch am ursprünglichen Ort erhaltenen Berliner Bürgerhäusern des 18. Jahrhunderts. Original rekonstruierte Wohnräume sind den Mitgliedern der Familie Knoblauch gewidmet und vermitteln das damalige Lebensgefühl. Gebrauchsgegenstände, Bilder und Familiendokumente informieren über soziales Leben, Wirtschaft, Politik und Architektur jener Zeit.

Bilder

Ausstellung/Museen

Ort der Information

Raum der Dimension | Stiftung Denkmal

Die unterirdische Ausstellung im Ort der Information dokumentiert die Verfolgung und Vernichtung der Juden Europas und die historischen Stätten der Vernichtung. Sie wurde durch Dagmar von Wilcken gestaltet.

Dieser Ort der Information, angelegt in der südöstlichen Ecke des Stelenfelds, hat die Funktion, die abstrakte Form der Erinnerung, die das Denkmal vermittelt, durch Informationen zu den Opfern zu ergänzen. Vier Themenräume informieren über die zu ehrenden Opfer und die authentischen Stätten des Gedenkens. Die Personalisierung von Erinnerung erfolgt unter anderem durch die Darstellung exemplarischer Familiengeschichten aus den sehr unterschiedlichen jüdischen Lebenswelten, die durch den Holocaust zerstört wurden, und durch die Verlesung von Kurzbiografien ermordeter oder verschollener Juden im Raum der Namen.

Der Ort wird jährlich von fast einer halben Million Gäste besucht.

Bilder

Ausstellung/Museen

Aufbruch nach Utopia – Zukunftsvisionen aus der DDR

Die neue Sonderausstellung „Aufbruch nach Utopia – Zukunftsvisionen aus der DDR“ zeigt in 26 Vitrinen futuristische Objekte aus der DDR. Den roten Faden bilden dabei Titelbilder der Zeitschrift „Jugend und Technik“. Sie ist in der Zeit vom 19.07.2017 bis zum 03.10.2017 im Foyer des DDR Museum zu sehen, der Eintritt zur Sonderausstellung ist frei.

Das DDR Museum widmet sich mit dieser kleinen Ausstellung den gesellschaftlichen und technischen Utopien der fünfziger und sechziger Jahre in der DDR. In dieser Zeit herrschte ein ungebrochener Wissenschafts- und Fortschrittsglaube, der sich mit der Vorstellung einer kommunistischen Gesellschaft verband. Als grafisches Motiv der Ausstellung dient

eine sozialistische, utopische Metropole. Die Zukunftsvisionen, die durch den Sozialismus verwirklicht werden sollten, sind durch Titelseiten und besondere Objekte dargestellt. Die Besucher des DDR Museum sind so eingeladen, einen Blick auf die fantastische Zukunft der Vergangenheit zu werfen.

Ausstellung/Andere Orte

Art Without Death: Russian Cosmism

Do, 31. August 2017 — Di, 03. Oktober 2017

ART WITHOUT DEATH: RUSSIAN COSMISM

„Es gab in Russland immer Menschen, die den Staat wie einen bösartigen Tumor behandeln oder ganz entfernen wollten. Je bösartiger der Staat, desto vehementer war der Drang nach Heilung, der Traum von der Befreiung vom Leid. Unter diesen Umstürzlern und Utopisten war ein Philosoph, der zu Leo Tolstois Zeit als unscheinbarer Bibliothekar in Moskau lebte und viel radikaler war als alle Tolstois, Bakunins und Lenins. Nikolai Fjodorow, so hieß der bis heute verehrte Denker, nannte den Zarenstaat eine „todbringende Kraft“. Gleichzeitig glaubte Fjodorow, dass nur die russische Autokratie in der Lage sei, die wichtigste Aufgabe der Menschheit zu verwirklichen: den Tod abzuschaffen.“(Boris Schumatsky, FAZ, 12.8.2014)

Ausgehend von der Spiritualität im zaristischen Russland des 19. Jahrhunderts entwickelte sich die Bewegung des Kosmismus, die nichts anderes als die Unendlichkeit des Lebens imaginierte, die Überwindung des Todes. Die Lehre vom sprichwörtlichen un-endlichen Raum erfasste die Wissenschaft und Künste in ihrer damaligen Aufbruchsstimmung. Seit dem 19. Jahrhundert hatte das utopische, der Science Fiction nahestehende Denken der Kosmisten großen Einfluss auf Kunst, Wissenschaft und auch Politik im zaristischen wie später sowjetischen Russland.

Betrachtet man es heute, eröffnet der Kosmismus, obwohl von der offiziellen Sowjet-Ideologie überschattet, neuartige Perspektiven auf die russischen Avant-Garden sowie Ideologie und Politik Russlands bis in die Gegenwart. So verlangte etwa Nikolai Fjodorow (1829–1903) in seinen einflussreichen Schriften, dass oberstes Ziel der Technologieentwicklung die Überwindung des Todes sein müsse; alle Menschen, die jemals auf der Erde gelebt haben, müssten wieder zum Leben erweckt werden. Die Kosmisten waren auch visionäre Wegbereiter der Raumfahrt – bei Fjodorow etwa war die Besiedlung anderer Planeten unausweichliche Folge der Raumknappheit nach der Wiedererweckung der Verstorbenen. Zudem kam im Kosmismus der Institution Museum eine zentrale Rolle zu: Dort sollten die für die Resurrektion nötigen Überreste einzelner Personen konserviert werden. Nikolai Fjodorow wie auch der Maler und Gründer des Suprematismus Kasimir Malewitsch glaubten außerdem, das Museum sei nach dem Tod Gottes der einzige Ort, an dem eine transhistorische Vereinigung über das Grab hinaus möglich sei.

In der Film-Trilogie Cosmism (2014–2017), setzt sich Anton Vidokle mit dem Russischen Kosmismus auseinander; der dritte Teil feiert in Berlin seine Premiere. Vidokle, entdeckte den Kosmismus vor ungefähr zehn Jahren durch Boris Groys. Anton Vidokle: „Boris Groys‘ Beschreibung war so makaber und vampirisch – zu gut, um wahr zu sein. Ich dachte, er hätte es erfunden. Einige Jahre später erzählte mir Ilya Kabakow dieselben Geschichten. Mir wurde schlagartig klar, dass es nicht Groys’ Erfindung sein konnte und begann nach Quellen zu suchen.“

Die Ausstellungsarchitektur von Nikolaus Hirsch / Michel Müller greift die Assoziation des Museums als Mausoleum und Ort einer potentiellen Wiederauferstehung auf: In der Ausstellungshalle 1 werden die Filme der Cosmism Trilogie in Strukturen präsentiert, die an Grabarchitektur der ehemaligen Sowjetunion angelehnt sind.

In der Ausstellungshalle 2 wird Boris Groys seine Auswahl historischer Positionen der Russischen Avantgarde aus der Sammlung George Costakis (State Museum of Contemporary Art Thessaloniki) zeigen. Eine von Arseny Zhilyaev konzipierte „Library“ wird parallel dazu dem Publikum Schlüsselwerke der Kosmisten zugänglich machen.

Im Rahmen der Ausstellung findet eine von Boris Groys mitkonzipierte Konferenz statt, die die heutige Aktualität des Kosmismus beleuchten soll: An der Schwelle zwischen Anthropozentrik und Materialismus erscheint diese Bewegung vor dem Hintergrund heutiger philosophischer Strömungen 100 Jahre nach der Russischen Revolution wieder relevant.

Im Rahmen von 100 Jahre Gegenwart

Ausstellung/Museen

Geschichte der Archenhold-Sternwarte

Foros und Texte vermitteln eine Übersicht zur Geschichte der Archenhold-Sternwarte von ihren Anfängen bis heute. Durch eine chronologische und thematische Darstellung werden auch politische und kulturelle Zusammenhänge deutlich.

Ausstellung/Museen

Berliner Leben im Biedermeier

Knoblauchhaus | Michael Setzpfandt

Das Knoblauchhaus gehört zu den wenigen, noch am ursprünglichen Ort erhaltenen Berliner Bürgerhäusern des 18. Jahrhunderts. Original rekonstruierte Wohnräume sind den Mitgliedern der Familie Knoblauch gewidmet und vermitteln das damalige Lebensgefühl. Gebrauchsgegenstände, Bilder und Familiendokumente informieren über soziales Leben, Wirtschaft, Politik und Architektur jener Zeit.

Bilder

Ausstellung/Museen

Ort der Information

Raum der Dimension | Stiftung Denkmal

Die unterirdische Ausstellung im Ort der Information dokumentiert die Verfolgung und Vernichtung der Juden Europas und die historischen Stätten der Vernichtung. Sie wurde durch Dagmar von Wilcken gestaltet.

Dieser Ort der Information, angelegt in der südöstlichen Ecke des Stelenfelds, hat die Funktion, die abstrakte Form der Erinnerung, die das Denkmal vermittelt, durch Informationen zu den Opfern zu ergänzen. Vier Themenräume informieren über die zu ehrenden Opfer und die authentischen Stätten des Gedenkens. Die Personalisierung von Erinnerung erfolgt unter anderem durch die Darstellung exemplarischer Familiengeschichten aus den sehr unterschiedlichen jüdischen Lebenswelten, die durch den Holocaust zerstört wurden, und durch die Verlesung von Kurzbiografien ermordeter oder verschollener Juden im Raum der Namen.

Der Ort wird jährlich von fast einer halben Million Gäste besucht.

Bilder

Ausstellung/Museen

Aufbruch nach Utopia – Zukunftsvisionen aus der DDR

Die neue Sonderausstellung „Aufbruch nach Utopia – Zukunftsvisionen aus der DDR“ zeigt in 26 Vitrinen futuristische Objekte aus der DDR. Den roten Faden bilden dabei Titelbilder der Zeitschrift „Jugend und Technik“. Sie ist in der Zeit vom 19.07.2017 bis zum 03.10.2017 im Foyer des DDR Museum zu sehen, der Eintritt zur Sonderausstellung ist frei.

Das DDR Museum widmet sich mit dieser kleinen Ausstellung den gesellschaftlichen und technischen Utopien der fünfziger und sechziger Jahre in der DDR. In dieser Zeit herrschte ein ungebrochener Wissenschafts- und Fortschrittsglaube, der sich mit der Vorstellung einer kommunistischen Gesellschaft verband. Als grafisches Motiv der Ausstellung dient

eine sozialistische, utopische Metropole. Die Zukunftsvisionen, die durch den Sozialismus verwirklicht werden sollten, sind durch Titelseiten und besondere Objekte dargestellt. Die Besucher des DDR Museum sind so eingeladen, einen Blick auf die fantastische Zukunft der Vergangenheit zu werfen.

Ausstellung/Andere Orte

Art Without Death: Russian Cosmism

Do, 31. August 2017 — Di, 03. Oktober 2017

ART WITHOUT DEATH: RUSSIAN COSMISM

„Es gab in Russland immer Menschen, die den Staat wie einen bösartigen Tumor behandeln oder ganz entfernen wollten. Je bösartiger der Staat, desto vehementer war der Drang nach Heilung, der Traum von der Befreiung vom Leid. Unter diesen Umstürzlern und Utopisten war ein Philosoph, der zu Leo Tolstois Zeit als unscheinbarer Bibliothekar in Moskau lebte und viel radikaler war als alle Tolstois, Bakunins und Lenins. Nikolai Fjodorow, so hieß der bis heute verehrte Denker, nannte den Zarenstaat eine „todbringende Kraft“. Gleichzeitig glaubte Fjodorow, dass nur die russische Autokratie in der Lage sei, die wichtigste Aufgabe der Menschheit zu verwirklichen: den Tod abzuschaffen.“(Boris Schumatsky, FAZ, 12.8.2014)

Ausgehend von der Spiritualität im zaristischen Russland des 19. Jahrhunderts entwickelte sich die Bewegung des Kosmismus, die nichts anderes als die Unendlichkeit des Lebens imaginierte, die Überwindung des Todes. Die Lehre vom sprichwörtlichen un-endlichen Raum erfasste die Wissenschaft und Künste in ihrer damaligen Aufbruchsstimmung. Seit dem 19. Jahrhundert hatte das utopische, der Science Fiction nahestehende Denken der Kosmisten großen Einfluss auf Kunst, Wissenschaft und auch Politik im zaristischen wie später sowjetischen Russland.

Betrachtet man es heute, eröffnet der Kosmismus, obwohl von der offiziellen Sowjet-Ideologie überschattet, neuartige Perspektiven auf die russischen Avant-Garden sowie Ideologie und Politik Russlands bis in die Gegenwart. So verlangte etwa Nikolai Fjodorow (1829–1903) in seinen einflussreichen Schriften, dass oberstes Ziel der Technologieentwicklung die Überwindung des Todes sein müsse; alle Menschen, die jemals auf der Erde gelebt haben, müssten wieder zum Leben erweckt werden. Die Kosmisten waren auch visionäre Wegbereiter der Raumfahrt – bei Fjodorow etwa war die Besiedlung anderer Planeten unausweichliche Folge der Raumknappheit nach der Wiedererweckung der Verstorbenen. Zudem kam im Kosmismus der Institution Museum eine zentrale Rolle zu: Dort sollten die für die Resurrektion nötigen Überreste einzelner Personen konserviert werden. Nikolai Fjodorow wie auch der Maler und Gründer des Suprematismus Kasimir Malewitsch glaubten außerdem, das Museum sei nach dem Tod Gottes der einzige Ort, an dem eine transhistorische Vereinigung über das Grab hinaus möglich sei.

In der Film-Trilogie Cosmism (2014–2017), setzt sich Anton Vidokle mit dem Russischen Kosmismus auseinander; der dritte Teil feiert in Berlin seine Premiere. Vidokle, entdeckte den Kosmismus vor ungefähr zehn Jahren durch Boris Groys. Anton Vidokle: „Boris Groys‘ Beschreibung war so makaber und vampirisch – zu gut, um wahr zu sein. Ich dachte, er hätte es erfunden. Einige Jahre später erzählte mir Ilya Kabakow dieselben Geschichten. Mir wurde schlagartig klar, dass es nicht Groys’ Erfindung sein konnte und begann nach Quellen zu suchen.“

Die Ausstellungsarchitektur von Nikolaus Hirsch / Michel Müller greift die Assoziation des Museums als Mausoleum und Ort einer potentiellen Wiederauferstehung auf: In der Ausstellungshalle 1 werden die Filme der Cosmism Trilogie in Strukturen präsentiert, die an Grabarchitektur der ehemaligen Sowjetunion angelehnt sind.

In der Ausstellungshalle 2 wird Boris Groys seine Auswahl historischer Positionen der Russischen Avantgarde aus der Sammlung George Costakis (State Museum of Contemporary Art Thessaloniki) zeigen. Eine von Arseny Zhilyaev konzipierte „Library“ wird parallel dazu dem Publikum Schlüsselwerke der Kosmisten zugänglich machen.

Im Rahmen der Ausstellung findet eine von Boris Groys mitkonzipierte Konferenz statt, die die heutige Aktualität des Kosmismus beleuchten soll: An der Schwelle zwischen Anthropozentrik und Materialismus erscheint diese Bewegung vor dem Hintergrund heutiger philosophischer Strömungen 100 Jahre nach der Russischen Revolution wieder relevant.

Im Rahmen von 100 Jahre Gegenwart

Ausstellung/Museen

Geschichte der Archenhold-Sternwarte

Foros und Texte vermitteln eine Übersicht zur Geschichte der Archenhold-Sternwarte von ihren Anfängen bis heute. Durch eine chronologische und thematische Darstellung werden auch politische und kulturelle Zusammenhänge deutlich.

Führung

Students for „The Kennedys“

Immer Samstag um 16 Uhr kostenfrei imMuseum THE KENNEDYS

Die kostenfreien Führungen im Rahmen des Programmes »Students for THE KENNEDYS« erfreuen sich stetig wachsender Beliebtheit. Jeden Samstag um 16 Uhr führen Berliner Studierende die Besucher des Museums durch die Ausstellung und bieten die Möglichkeit, die wohl berühmteste Familie der USA näher kennenzulernen. Eine Anmeldung für die kostenfreien Führungen ist nicht erforderlich.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

Wenn auch Sie gerne »Student for THE KENNEDYS« werden und Museumsbesucher durch die Ausstellung führen möchten, so kontaktieren Sie uns bitte unter info (at) thekennedys.de.

Ausstellung/Museen

Berliner Leben im Biedermeier

Knoblauchhaus | Michael Setzpfandt

Das Knoblauchhaus gehört zu den wenigen, noch am ursprünglichen Ort erhaltenen Berliner Bürgerhäusern des 18. Jahrhunderts. Original rekonstruierte Wohnräume sind den Mitgliedern der Familie Knoblauch gewidmet und vermitteln das damalige Lebensgefühl. Gebrauchsgegenstände, Bilder und Familiendokumente informieren über soziales Leben, Wirtschaft, Politik und Architektur jener Zeit.

Bilder

Ausstellung/Museen

Ort der Information

Raum der Dimension | Stiftung Denkmal

Die unterirdische Ausstellung im Ort der Information dokumentiert die Verfolgung und Vernichtung der Juden Europas und die historischen Stätten der Vernichtung. Sie wurde durch Dagmar von Wilcken gestaltet.

Dieser Ort der Information, angelegt in der südöstlichen Ecke des Stelenfelds, hat die Funktion, die abstrakte Form der Erinnerung, die das Denkmal vermittelt, durch Informationen zu den Opfern zu ergänzen. Vier Themenräume informieren über die zu ehrenden Opfer und die authentischen Stätten des Gedenkens. Die Personalisierung von Erinnerung erfolgt unter anderem durch die Darstellung exemplarischer Familiengeschichten aus den sehr unterschiedlichen jüdischen Lebenswelten, die durch den Holocaust zerstört wurden, und durch die Verlesung von Kurzbiografien ermordeter oder verschollener Juden im Raum der Namen.

Der Ort wird jährlich von fast einer halben Million Gäste besucht.

Bilder

Ausstellung/Museen

Aufbruch nach Utopia – Zukunftsvisionen aus der DDR

Die neue Sonderausstellung „Aufbruch nach Utopia – Zukunftsvisionen aus der DDR“ zeigt in 26 Vitrinen futuristische Objekte aus der DDR. Den roten Faden bilden dabei Titelbilder der Zeitschrift „Jugend und Technik“. Sie ist in der Zeit vom 19.07.2017 bis zum 03.10.2017 im Foyer des DDR Museum zu sehen, der Eintritt zur Sonderausstellung ist frei.

Das DDR Museum widmet sich mit dieser kleinen Ausstellung den gesellschaftlichen und technischen Utopien der fünfziger und sechziger Jahre in der DDR. In dieser Zeit herrschte ein ungebrochener Wissenschafts- und Fortschrittsglaube, der sich mit der Vorstellung einer kommunistischen Gesellschaft verband. Als grafisches Motiv der Ausstellung dient

eine sozialistische, utopische Metropole. Die Zukunftsvisionen, die durch den Sozialismus verwirklicht werden sollten, sind durch Titelseiten und besondere Objekte dargestellt. Die Besucher des DDR Museum sind so eingeladen, einen Blick auf die fantastische Zukunft der Vergangenheit zu werfen.

Ausstellung/Andere Orte

Art Without Death: Russian Cosmism

Do, 31. August 2017 — Di, 03. Oktober 2017

ART WITHOUT DEATH: RUSSIAN COSMISM

„Es gab in Russland immer Menschen, die den Staat wie einen bösartigen Tumor behandeln oder ganz entfernen wollten. Je bösartiger der Staat, desto vehementer war der Drang nach Heilung, der Traum von der Befreiung vom Leid. Unter diesen Umstürzlern und Utopisten war ein Philosoph, der zu Leo Tolstois Zeit als unscheinbarer Bibliothekar in Moskau lebte und viel radikaler war als alle Tolstois, Bakunins und Lenins. Nikolai Fjodorow, so hieß der bis heute verehrte Denker, nannte den Zarenstaat eine „todbringende Kraft“. Gleichzeitig glaubte Fjodorow, dass nur die russische Autokratie in der Lage sei, die wichtigste Aufgabe der Menschheit zu verwirklichen: den Tod abzuschaffen.“(Boris Schumatsky, FAZ, 12.8.2014)

Ausgehend von der Spiritualität im zaristischen Russland des 19. Jahrhunderts entwickelte sich die Bewegung des Kosmismus, die nichts anderes als die Unendlichkeit des Lebens imaginierte, die Überwindung des Todes. Die Lehre vom sprichwörtlichen un-endlichen Raum erfasste die Wissenschaft und Künste in ihrer damaligen Aufbruchsstimmung. Seit dem 19. Jahrhundert hatte das utopische, der Science Fiction nahestehende Denken der Kosmisten großen Einfluss auf Kunst, Wissenschaft und auch Politik im zaristischen wie später sowjetischen Russland.

Betrachtet man es heute, eröffnet der Kosmismus, obwohl von der offiziellen Sowjet-Ideologie überschattet, neuartige Perspektiven auf die russischen Avant-Garden sowie Ideologie und Politik Russlands bis in die Gegenwart. So verlangte etwa Nikolai Fjodorow (1829–1903) in seinen einflussreichen Schriften, dass oberstes Ziel der Technologieentwicklung die Überwindung des Todes sein müsse; alle Menschen, die jemals auf der Erde gelebt haben, müssten wieder zum Leben erweckt werden. Die Kosmisten waren auch visionäre Wegbereiter der Raumfahrt – bei Fjodorow etwa war die Besiedlung anderer Planeten unausweichliche Folge der Raumknappheit nach der Wiedererweckung der Verstorbenen. Zudem kam im Kosmismus der Institution Museum eine zentrale Rolle zu: Dort sollten die für die Resurrektion nötigen Überreste einzelner Personen konserviert werden. Nikolai Fjodorow wie auch der Maler und Gründer des Suprematismus Kasimir Malewitsch glaubten außerdem, das Museum sei nach dem Tod Gottes der einzige Ort, an dem eine transhistorische Vereinigung über das Grab hinaus möglich sei.

In der Film-Trilogie Cosmism (2014–2017), setzt sich Anton Vidokle mit dem Russischen Kosmismus auseinander; der dritte Teil feiert in Berlin seine Premiere. Vidokle, entdeckte den Kosmismus vor ungefähr zehn Jahren durch Boris Groys. Anton Vidokle: „Boris Groys‘ Beschreibung war so makaber und vampirisch – zu gut, um wahr zu sein. Ich dachte, er hätte es erfunden. Einige Jahre später erzählte mir Ilya Kabakow dieselben Geschichten. Mir wurde schlagartig klar, dass es nicht Groys’ Erfindung sein konnte und begann nach Quellen zu suchen.“

Die Ausstellungsarchitektur von Nikolaus Hirsch / Michel Müller greift die Assoziation des Museums als Mausoleum und Ort einer potentiellen Wiederauferstehung auf: In der Ausstellungshalle 1 werden die Filme der Cosmism Trilogie in Strukturen präsentiert, die an Grabarchitektur der ehemaligen Sowjetunion angelehnt sind.

In der Ausstellungshalle 2 wird Boris Groys seine Auswahl historischer Positionen der Russischen Avantgarde aus der Sammlung George Costakis (State Museum of Contemporary Art Thessaloniki) zeigen. Eine von Arseny Zhilyaev konzipierte „Library“ wird parallel dazu dem Publikum Schlüsselwerke der Kosmisten zugänglich machen.

Im Rahmen der Ausstellung findet eine von Boris Groys mitkonzipierte Konferenz statt, die die heutige Aktualität des Kosmismus beleuchten soll: An der Schwelle zwischen Anthropozentrik und Materialismus erscheint diese Bewegung vor dem Hintergrund heutiger philosophischer Strömungen 100 Jahre nach der Russischen Revolution wieder relevant.

Im Rahmen von 100 Jahre Gegenwart

Ausstellung/Museen

Geschichte der Archenhold-Sternwarte

Foros und Texte vermitteln eine Übersicht zur Geschichte der Archenhold-Sternwarte von ihren Anfängen bis heute. Durch eine chronologische und thematische Darstellung werden auch politische und kulturelle Zusammenhänge deutlich.

Führung

Ausstellungsführung: Kuss. Von Rodin bis Bob Dylan

Ausstellung/Museen

Aufbruch nach Utopia – Zukunftsvisionen aus der DDR

Die neue Sonderausstellung „Aufbruch nach Utopia – Zukunftsvisionen aus der DDR“ zeigt in 26 Vitrinen futuristische Objekte aus der DDR. Den roten Faden bilden dabei Titelbilder der Zeitschrift „Jugend und Technik“. Sie ist in der Zeit vom 19.07.2017 bis zum 03.10.2017 im Foyer des DDR Museum zu sehen, der Eintritt zur Sonderausstellung ist frei.

Das DDR Museum widmet sich mit dieser kleinen Ausstellung den gesellschaftlichen und technischen Utopien der fünfziger und sechziger Jahre in der DDR. In dieser Zeit herrschte ein ungebrochener Wissenschafts- und Fortschrittsglaube, der sich mit der Vorstellung einer kommunistischen Gesellschaft verband. Als grafisches Motiv der Ausstellung dient

eine sozialistische, utopische Metropole. Die Zukunftsvisionen, die durch den Sozialismus verwirklicht werden sollten, sind durch Titelseiten und besondere Objekte dargestellt. Die Besucher des DDR Museum sind so eingeladen, einen Blick auf die fantastische Zukunft der Vergangenheit zu werfen.

Ausstellung/Andere Orte

Art Without Death: Russian Cosmism

Do, 31. August 2017 — Di, 03. Oktober 2017

ART WITHOUT DEATH: RUSSIAN COSMISM

„Es gab in Russland immer Menschen, die den Staat wie einen bösartigen Tumor behandeln oder ganz entfernen wollten. Je bösartiger der Staat, desto vehementer war der Drang nach Heilung, der Traum von der Befreiung vom Leid. Unter diesen Umstürzlern und Utopisten war ein Philosoph, der zu Leo Tolstois Zeit als unscheinbarer Bibliothekar in Moskau lebte und viel radikaler war als alle Tolstois, Bakunins und Lenins. Nikolai Fjodorow, so hieß der bis heute verehrte Denker, nannte den Zarenstaat eine „todbringende Kraft“. Gleichzeitig glaubte Fjodorow, dass nur die russische Autokratie in der Lage sei, die wichtigste Aufgabe der Menschheit zu verwirklichen: den Tod abzuschaffen.“(Boris Schumatsky, FAZ, 12.8.2014)

Ausgehend von der Spiritualität im zaristischen Russland des 19. Jahrhunderts entwickelte sich die Bewegung des Kosmismus, die nichts anderes als die Unendlichkeit des Lebens imaginierte, die Überwindung des Todes. Die Lehre vom sprichwörtlichen un-endlichen Raum erfasste die Wissenschaft und Künste in ihrer damaligen Aufbruchsstimmung. Seit dem 19. Jahrhundert hatte das utopische, der Science Fiction nahestehende Denken der Kosmisten großen Einfluss auf Kunst, Wissenschaft und auch Politik im zaristischen wie später sowjetischen Russland.

Betrachtet man es heute, eröffnet der Kosmismus, obwohl von der offiziellen Sowjet-Ideologie überschattet, neuartige Perspektiven auf die russischen Avant-Garden sowie Ideologie und Politik Russlands bis in die Gegenwart. So verlangte etwa Nikolai Fjodorow (1829–1903) in seinen einflussreichen Schriften, dass oberstes Ziel der Technologieentwicklung die Überwindung des Todes sein müsse; alle Menschen, die jemals auf der Erde gelebt haben, müssten wieder zum Leben erweckt werden. Die Kosmisten waren auch visionäre Wegbereiter der Raumfahrt – bei Fjodorow etwa war die Besiedlung anderer Planeten unausweichliche Folge der Raumknappheit nach der Wiedererweckung der Verstorbenen. Zudem kam im Kosmismus der Institution Museum eine zentrale Rolle zu: Dort sollten die für die Resurrektion nötigen Überreste einzelner Personen konserviert werden. Nikolai Fjodorow wie auch der Maler und Gründer des Suprematismus Kasimir Malewitsch glaubten außerdem, das Museum sei nach dem Tod Gottes der einzige Ort, an dem eine transhistorische Vereinigung über das Grab hinaus möglich sei.

In der Film-Trilogie Cosmism (2014–2017), setzt sich Anton Vidokle mit dem Russischen Kosmismus auseinander; der dritte Teil feiert in Berlin seine Premiere. Vidokle, entdeckte den Kosmismus vor ungefähr zehn Jahren durch Boris Groys. Anton Vidokle: „Boris Groys‘ Beschreibung war so makaber und vampirisch – zu gut, um wahr zu sein. Ich dachte, er hätte es erfunden. Einige Jahre später erzählte mir Ilya Kabakow dieselben Geschichten. Mir wurde schlagartig klar, dass es nicht Groys’ Erfindung sein konnte und begann nach Quellen zu suchen.“

Die Ausstellungsarchitektur von Nikolaus Hirsch / Michel Müller greift die Assoziation des Museums als Mausoleum und Ort einer potentiellen Wiederauferstehung auf: In der Ausstellungshalle 1 werden die Filme der Cosmism Trilogie in Strukturen präsentiert, die an Grabarchitektur der ehemaligen Sowjetunion angelehnt sind.

In der Ausstellungshalle 2 wird Boris Groys seine Auswahl historischer Positionen der Russischen Avantgarde aus der Sammlung George Costakis (State Museum of Contemporary Art Thessaloniki) zeigen. Eine von Arseny Zhilyaev konzipierte „Library“ wird parallel dazu dem Publikum Schlüsselwerke der Kosmisten zugänglich machen.

Im Rahmen der Ausstellung findet eine von Boris Groys mitkonzipierte Konferenz statt, die die heutige Aktualität des Kosmismus beleuchten soll: An der Schwelle zwischen Anthropozentrik und Materialismus erscheint diese Bewegung vor dem Hintergrund heutiger philosophischer Strömungen 100 Jahre nach der Russischen Revolution wieder relevant.

Im Rahmen von 100 Jahre Gegenwart

Ausstellung/Museen

Berliner Leben im Biedermeier

Knoblauchhaus | Michael Setzpfandt

Das Knoblauchhaus gehört zu den wenigen, noch am ursprünglichen Ort erhaltenen Berliner Bürgerhäusern des 18. Jahrhunderts. Original rekonstruierte Wohnräume sind den Mitgliedern der Familie Knoblauch gewidmet und vermitteln das damalige Lebensgefühl. Gebrauchsgegenstände, Bilder und Familiendokumente informieren über soziales Leben, Wirtschaft, Politik und Architektur jener Zeit.

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