Tragikomödie

Die Hannas

Eine Berliner Beziehung unter Dauerbeschuss

Von den einen bedauert, von den anderen beneidet: Anna (Anna König) und Hans (Till Butterbach) – genannt „Die Hannas“ – sind seit Jahren ein Paar und haben es sich mit dem Hang zum reichhaltigen Essen in ihrem Alltag eingerichtet.

Doch in die scheinbar unkaputtbare Beziehung kommt Bewegung, als sich Kim (Julia Becker) als Trainerin von Hans zu ihm hin­ gezogen fühlt und sich Nico (Ines Marie Westernströer) an Anna in ihrem Job als Masseurin heranmacht. Die zwei Hälften der Hannas beginnen eine Affäre, die sie vor dem Partner verschweigen. Was beide zudem nicht wissen: Kim und Nico sind Schwestern.

Unzertrennlich? Hans & Anna – die „Hannas“
Foto: W-film / tellfilm

Schon mit ihrem Langfilmdebüt „Das Floß“ bestach die Berliner Autorin und Regisseurin Julia C. Kaiser durch die Schilderung komplexer Beziehungen. Durch die Beteiligung einiger TV­-Sender war das Budget diesmal höher, doch zum Glück wurde Kaiser in ihrer Inszenierung offenbar freie Hand gelassen. Denn erneut beeindruckt sie durch extreme Bildaus­ schnitte, eine assoziative Farbgebung und den prima Soundtrack (etwa vom Berliner Duo Sorry Gilberto).

Die größte Stärke des Films liegt aber in der Beschreibung der lebensnahen Figu­ren, die ihre Überzeugungen überprüfen müssen. Und mit ihnen womöglich der Zuschauer. Beim Achtung­Berlin­Festival gab’s hierfür die vier Hauptpreise: für beide Hauptdarsteller, das Drehbuch und als Bester Film.

D 2016, 102 Min., R: Julia C. Kaiser, D: Anna König, Till Butterbach, Julia Becker, Ines Marie Westernströer

Die Hannas

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