Berlin

Die Initiativen der Demo

Am 14.4. findet die Große WIDERSETZEN -Demo statt. Gemeinsam gegen Verdrängung und Mietenwahnsinn. Wer ist auf der Demo vertreten? Hier stellen sich mehr als 30 der teilnehmenden Initativen in eigenen Worten vor

Berlin Werbefrei

Seit: 2017
Aktivisten/Mitglieder: 40

Berlin Werbefrei: im öffentlichen Raum
Foto: www.partykwitt.com

Das Problem: Die zunehmende Kommerzialisierung des öffentlichen Raums beeinträchtigt seine soziale und ästhetische Funktion als Ort des gesellschaftlichen Lebens. Ziel ist eine deutliche Reduzierung der Außenwerbung in Berlin und ein Verbot von Werbung in Kitas, Schulen und Universitäten, sowie auch ein Verbot von herabwürdigender und diskriminierender Werbung im öffentlichen Raum.

Waffen: Mittels eines Volksentscheides wollen wir möglich machen, dass die Berlinerinnen und Berliner selbst über die Gestaltung des öffentlichen Raumes entscheiden.

Erfolge: Wir konnten eine öffentliche Debatte über unser Anliegen in Gang setzen und viele Menschen für das Projekt begeis­tern.

Warum #Mietenwahnsinn-Demo? Die Frage der Kommerzialisierung des öffentlichen Raumes ist eng verknüpft mit der Frage, wem die Stadt gehört.

berlin-werbefrei.de


Lause bleibt!

Seit: 2016
Aktivisten/Mitglieder: 200

Lause bleibt! in Kreuzberg Foto: Umbruch Bildarchiv

Das Problem: Eigentümer Jörn Taekker wollte die ehemalige Glasfabrik in der Lausitzer Straße 10/11 in Kreuzberg verkaufen und aus den Gewerbeflächen Loftwohnungen machen. Das würde das Aus für die Wohnungs- und Gewerbemieter*innen bedeuten: politische und künstlerische Initiativen, NGOs, Handwerkerinnen und Kreative.

Waffen: Organisierung, Vernetzung, ­Öffentlichkeit, Solidarität.

Erfolge: Den Verkauf konnten wir erst mal stoppen. Taekker hat mittlerweile sein Büro am Paul-Lincke-Ufer zugemacht und operiert nicht mehr unter seinem Namen. Er mag keine negative Presse. Zur Zeit sind wir mit ihm im Gespräch über die Zukunft des Gebäudes, der Ausgang ist ungewiss.

Warum #Mietenwahnsinn-Demo? Wir wissen, dass unsere Nachbarschaft, wenn überhaupt noch da, genauso betroffen ist wie wir. Wir können das Problem nicht ­alleine lösen.

lausebleibt.de


Dachverband Berliner Kinder- und Schülerläden

Seit: 1986
Aktivisten/Mitglieder: 650 Kinder- und Schülerläden, Horte und Freie Schulen

Das Problem: Kinderläden als Gewerbemieter können keine Mondmieten zahlen und verlieren deshalb in einigen Fällen ihre gemieteten Räume. Wir begleiten unsere Mitglieder, wenn sie von Kündigung und oder Verdrängung bedroht/betroffen sind.

Waffen: Wir beteiligen uns an der politischen Debatte, helfen im konkreten Einzelfall mit Beratung und bringen Ideen für eine Veränderung ein.

Erfolge: Das Land Berlin unterstützt gekündigte Einrichtungen finanziell. Das ist nicht selbstverständlich.

Warum #Mietenwahnsinn-Demo? Weil in den letzten drei Jahren mehr als 60 Mitgliedseinrichtungen mehr oder weniger akut bedroht waren oder immer noch sind.

daks-berlin.de


Berliner Mieterverein e.V.

Seit: 1888
Aktivisten/Mitglieder: 171.000

Das Problem: Berlinweit massive Wohnkostensteigerungen, Umverteilung, zu wenig preisgünstiger Neubau und Streitigkeiten mit Vermietern.

Waffen: Mietrechtliche Beratung, Bildung von Mietergemeinschaften und eine engagierte Mieten- und Wohnungspolitik.

Erfolg: Der Berliner Mieterverein hat für sehr viele Mieter individuell Hilfe leisten können. Mietenpolitisch ist in Berlin das Verbot der Zweckentfremdung von Wohnraum, der Genehmigungsvorbehalt bei Umwandlung in Milieuschutzgebieten, die Wiederaufnahme der sozialen Wohnraumförderung u.v.m. auch auf die stetigen Forderungen des Mietervereins zurückzuführen gewesen.

Warum #Mietenwahnsinn-Demo? Weil neben der normalen Interessenvertretung gegenüber Parteien, Parlamenten und Regierungen auf der Straße ein Signal gegen Verdrängung und für mehr Mieterschutz und soziale Wohnraumförderung erfolgen sollte.

berliner-mieterverein.de


Wem gehört Moabit?

Seit: 2009
Aktivisten/Mitglieder: 10 – 15

Das Problem: Starke Mieterhöhungen, besonders bei Neuvermietung, Umwandlung von Miet- in Eigentumswohnungen, sehr hochpreisige Neubauten, Luxusmodernisierungen, Umwandlung in Ferienwohnungen bzw. möblierte Apartments, aber auch Vernachlässigung, schlechte Instandhaltung.

Waffen: Untersuchung Eigentümerstruktur Moabit-Ost, Veranstaltungen, Infostände, Kiezspaziergänge, Karte der Gentrifizierung, Mieter über ihre Rechte aufklären, Zusammenarbeit mit dem Bündnis Zwangsräumung verhindern bei Moabiter Zwangsräumungen.

Erfolg: Beteiligung am runden Tisch gegen Gentrifizierung, Konferenz zum Milieuschutz, um die Blockade des Bezirksamts aufzuheben, kleinteilige Unterstützung von Mieter*innen, Veranstaltungen: u.a. in Kooperation mit Moabiter Ratschlag „Wohnraum für alle“ – Veranstaltung zur Zweckentfremdung mit Stadträtin.

Warum #Mietenwahnsinn-Demo? Weil sie einfach total notwendig ist und die Mieten durch die Decke gehen. Verdrängung betrifft nicht nur prekär Beschäftigte.

wem-gehoert-moabit.de


Bündnis Mieterprotest Kosmosviertel

Seit: 2017
Aktivisten/Mitglieder: 8 – 12

Das Problem: Energetische Sanierungen im Kosmosviertel Altglienicke (ca. 2.000 Wohnungen) bei ansonsten verwahrlosten Großblockhäusern von 1990, die keinerlei Wertsteigerungen oder Wärmeeinsparungen für Mieter, aber exorbitante Mieterhöhungen bewirken.

Waffen: Mobilisierung von Mietern und Öffentlichkeit, Politiker sensibilisieren und anstoßen, juristische Schritte der Mieter begleiten, Beratungen organisieren.

Erfolge: Einrichtung kostenloser Mieterberatung durch Bezirksamt (schon vor dem Auftrag von Wohnungssenatorin Lompscher), mehrere BVV-Beschlüsse zu sozialen Forderungen, mehrere öffentliche Mieterversammlungen, Öffentlichkeit durch Presse und TV-Sendungen, teilweiser Stopp beziehungsweise Aufschub von Sanierungen in 2017.

Warum #Mietenwahnsinn-Demo? Überschneidende Zielstellungen an die Öffentlichkeit bringen, Bündelung von Interessen, Vernetzung.

mieterprotest-kosmosviertel.de


Anwohnerinitiative Ernst-­Thälmann-Park

Aktivisten/Mitglieder: 20 – 35, Unterstützerkreis: 150 Menschen

Das Problem: Investoren entdeckten das Gebiet rund um den Ernst-Thälmann-Park und haben das Gelände des Güterbahnhofes Greifswalder Straße günstig erworben – gleichzeitig drohte eine massive Randbebauung des Gebietes. Hochpreisige Neubauten verstärken aber den Druck auf die Mieten der 1.300 Bestandswohnungen und verschärfen die Defizite der sozialen Infrastruktur.

Handlungsoptionen: BVV- und Ausschuss-Besuche, eigene Anträge, Informationsveranstaltungen, Entwicklung eines alternativen Nutzungskonzeptes.

Erfolge: Denkmalschutz des Kernbereiches – damit war die massive Randbebauung zunächst mal vom Tisch. Unser Einwohnerantrag „Planverfahren Grünzug“ – hat mit dazu beigetragen, dass die Fraktionen in der BVV sich zur Zeit nicht auf ein Vorgehen einigen können – unsere Argumente zeigen langsam Wirkung.

Warum #Mietenwahnsinn-Demo? Wir sind solidarisch mit den vielen tausenden betroffenen Mieter*innen, die akut bedroht sind.

ai-thaelmannpark.de


Kotti & Co

Seit: 2011
Aktive: ca. 25

Kotti & Co: Mieterhöhungsstopp für 110.000 Wohnungen
Foto: Sandy Kaltenborn/Kotti & Co

Das Problem: Aufgrund einer falschen Fördersystematik liegen mehr als die Hälfte der Berliner Sozialwohnungen über dem Mietspiegel. Jährlich verliert Berlin dazu tausende Sozialbindungen: Kein Neubauprogramm kann diesen Verlust kompensieren! Wir fordern eine radikal soziale Reform des Sozialen Wohnungsbaus und die Re-kommunalisierung.

Waffen: Unsere wichtigste Waffe ist unser Samowar (Teekocher). Wir sind auf der Straße präsent, haben Fachexpertise organisiert, machen Lobby-Arbeit, Kulturveranstaltungen, Info-Events, sind in der Gemeinwesenarbeit am Kotti tätig und vieles mehr.

Erfolge: Mieterhöhungsstopp für 110.000 Sozialwohnungen; mit dem Mietenvolksentscheid: das Wohnraumversorgungsgesetz, Wohnraumförderfonds für Neubau, verbesserter Mietzuschuss und Härtefallregelung, Demokratisierung der kommunalen Wohnungsunternehmen, Mieterhöhungsbegrenzung ebendort und erste Re-kommunalisierung von Häusern.

Warum #Mietenwahnsinn-Demo? Ist doch unser Thema – oder? ; )

kottico.net


AMV – Alternativer Mieter- und Verbraucherschutzbund e.V.

Seit: 2014
Aktivisten/Mitglieder: 300

Das Problem: Wir haben unser Beratungsbüro in der Deutsche Wohnen Großsiedlung Falkenhagener Feld und jeden Tag mit den Methoden der Deutsche Wohnen zu tun: unberechtigte Mieterhöhungen, Nichtanerkennen des Berliner Mietspiegels, falsche Betriebskostenabrechnungen, schleppende Mängelbeseitigung.

Waffen: Kiezversammlungen mit weit über 100 Teilnehmern und Öffentlichkeitsarbeit. Wir bieten Unterstützung bei Mieter- und Verbraucherproblemen und sammeln Unterschriften zur Verschärfung der Mietpreisbremse, derzeit schon 40.000.

Erfolge: Runder Tisch zum Thema Milieuschutzgebiete in Spandau und Erstattung von unberechtigten Betriebskostenpositionen.

Warum #Mietenwahnsinn-Demo? Berlin braucht eine neue Wohnungs- und Mietenpolitik.

mieter-verbraucherschutz.berlin


LandesAstenKonferenz (LAK) Berlin

Seit: 2014
Aktivisten/Mitglieder: Vertritt 180.000 Studierende

Das Problem: Den Studierenden fehlt es an bezahlbarem Wohnraum. Zum einen ist die Versorgungsquote an Wohnheimplätzen zu niedrig. Die im Bau befindlichen Wohnheime haben zum Teil zu teure Mieten. Da­rüberhinaus hat der Senat dem Studierendenwerk die Kreditaufnahme für eigene Neubauten untersagt. Zum anderen teilen wir die Probleme von Menschen mit niedrigem oder keinem Einkommen auf dem privaten Wohnungsmarkt. Nicht ohne Grund steigt die Suizidrate unter Studierenden.

Waffen: Beratung, politische Forderungen, Sichtbarmachung des Problems.

Erfolg: Auf Forderung der LAK und des StudierendenWerks prüft der Senat derzeit die Bereitstellung von Notunterküften für Studierende.

Warum #Mietenwahnsinn-Demo? Die Demo ist für uns eine gute Möglichkeit, die Probleme auf dem Wohnungsmarkt sichtbar zu machen und dem Senat vor Augen zu führen.

berlin-lak.de


Kiezversammlung44

Seit: 2015
Aktivisten/Mitglieder: 200

Keine Angst vor Vermietern: Kiezversammlung44
Foto: Kiezversammlung 44

Das Problem: Hauptproblem in Nordneukölln ist die massive Verdrängung von Alt- und nicht zahlungskräftigen Mieter, die Verdrängung von kleinen Läden und angestammter Gastronomie – und die massive Touristifizierung.

Waffen: Direkte Hilfe für von Verdrängung, Modernisierung und Entmietung bedrohte Mieter und Hausgemeinschaften, Zusammenhalt, Sensibilisierung/Information und Vernetzung.

Erfolg: Dass viele Mieter, die zu der Kiezversammlung44 wegen Hilfe oder Rat gekommen sind, Hausgemeinschaften gebildet haben, die sich dann gewehrt haben. Dass viele Mieter und Nachbarn verstanden haben, dass man keine Angst vor den Forderungen der Vermieter haben muss und man die Möglichkeit hat, dagegen anzugehen.

Warum #Mietenwahnsinn-Demo? Weil es wichtig ist, dass die vielen Initiativen, die seit Jahren in der Stadt aktiv sind, zusammenkommen und gemeinsam zeigen, dass immer mehr Menschen die Verdrängung im Namen des Profits nicht mehr in Kauf nehmen wollen.

kiezversammlung44.de


Arbeitskreis Mietrecht im Republikanischen Anwältinnen- und Anwälteverein e.V.

Seit: 2013
Aktivisten/Mitglieder: 30

Das Problem: Wir erleben in unserer täglichen Arbeit Verdrängung, steigende Mieten und ein Recht, das die Interessen der Mieter*innen nur unzureichend schützt. Zentrales Problem für uns sind Modernisierungen und die damit verbundenen Mieterhöhungen. Ein weiteres Problem sind Kündigungen.

Waffen: Die Mitglieder unseres Arbeitskreises sind zum großen Teil lange Jahre als Mieterberater*innen und Rechtsanwält*innen in Wohnraummietsachen tätig. Aufgrund unserer bundesweiten Orientierung kümmern wir uns auch um Bundesrecht. Wir geben im parlamentarischen Verfahren Stellungnahmen zu Gesetzesentwürfen ab.

Erfolg: Erfolge hat jede*r in Verfahren, die er oder sie für Mieter*innen führt. Als Gruppe ist es ein Erfolg, dass wir inzwischen auch in der Politik immer mehr Gehör finden und sich eine immer breitere Öffentlichkeit für unsere Themen inte­ressiert.

Warum #Mietenwahnsinn-Demo? Es ist wichtig, dass das Mietenthema für das Mieter*innenland Deutschland mit immerhin 54 Prozent Mietenden mehr in das öffentliche Bewusstsein rückt und sich die Politik endlich wieder den Inte­ressen der Mieter*innen zuwendet.

rav.de


Bizim Kiez – Unser Kiez

Aktivisten/Mitglieder: 50/1.000

Das Problem: Als auf der Wrangelstraße dem letzten eigentümergeführten Obst- und Gemüseladen gekündigt wurde, war klar: Wenn wir jetzt nicht dagegenhalten, wird der Kiez komplett von der Immobilienwirtschaft vereinnahmt: Extreme Mietsteigerungen im Gewerbebereich, energetische Sanierungen, Umwandlung in Eigentumswohnungen, Entmietungen …

Waffen: In unseren vielfältigen Straßenaktionen kommen ganz unterschiedliche Menschen zusammen, die merken, dass sie aufeinander zählen können. Wir begleiten betroffene Nachbarn, machen Druck auf Eigentümer, besonders durch Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, und suchen die Auseinandersetzung mit der Politik.

Erfolg: Wir haben erreicht, dass in einigen Verdrängungsfällen Wohn- und Gewerbemieter neue, akzeptable Mietverträge bekamen, der Bezirk das Vorkaufsrecht umsetzt und Gewerbeschutz zumindest auf der politischen Agenda gelandet ist.

Warum #Mietenwahnsinn-Demo? Eine solidarische Stadt ist der soziale Gegenentwurf zum neoliberalen Ansatz, die Stadt als profitorientierten Wirtschaftsraum zu begreifen.

Der Streit um Bizim Bakkal

bizim-kiez.de


Netzwerk Selbsthilfe – der politische Förderfonds

Seit: 1978
Aktivisten/Mitglieder: Hunderte

Das Problem: Die Durchsetzung gleicher Teilhabe für alle und die Verdrängung und Ausgrenzung von vielen aus den Kiezen. Wir fördern, beraten und unterstützen außerparlamentarische, unabhängige und selbstorganisierte Gruppen in Berlin & Brandenburg. Darunter sind viele Mieter*innen-Initiativen.

Waffen: Geld, Wissen & Unterstützung! Wir bieten eine unabhängige finanzielle Unterstützung, die durch unsere Mitglieder und Spender*innen ermöglicht wird.

Erfolg: Seit 2012 fördern und beraten wir stadtpolitische Gruppen wie Kotti & Co, das Mietenpolitische Dossier, die Stadtteilini­tiative „Wem gehört Kreuzberg?“­, die Bündnis-Demonstration „Keine Rendite mit der Miete“ und viele andere Gruppen und Initiativen. Unser Erfolg ist der Erfolg dieser Initiativen.

Warum #Mietenwahnsinn-Demo? Weil die Spekulation mit Wohnraum und öffentlichen Gütern beendet werden muss.

netzwerk-selbsthilfe.de


Schlafplatzorga

Seit: 2014
Aktivisten/Mitglieder: 6 – 10

Das Problem: Die Initiative organisiert Schlafplätze für migrierte Menschen, die keinen Ort zum Schlafen haben. Die Obdachlosigkeit der Betroffenen hat unterschiedliche Ursachen. Darunter die unmenschlichen Bedingungen in den Unterkünften für Geflüchtete oder die Androhung von Abschiebungen, aber auch steigende Mieten und ein rassistischer Wohnungsmarkt.

Waffen: Konkrete Solidarität.

Erfolg: Es wurden einige Menschen in großen Krisensituationen unterstützt, einige Menschen dauerhaft in solidarischen oder günstigen Wohnsituationen untergebracht.

Warum #Mietenwahnsinn-Demo? Steigende Mieten und Verdrängung sind Probleme, die ganz unterschiedliche Gruppen treffen. Es ist uns wichtig, für das Recht auf Wohnen für alle einzustehen. Gegen Verdrängung zu sein ist uns dabei wichtig, genauso wie antirassistisch Stellung zu beziehen und das Nord-Süd-Gefälle im Auge zu haben.

sleepingplaceberlin.wordpress.org


Unser Block bleibt e.V.

Seit: 2016
Aktivisten/Mitglieder: 30 aktive

Das Problem: Ein Großteil der Häuser unseres Blocks in Neukölln sollte zwangsversteigert werden. Wir konnten die Versteigerung zwar verhindern, nicht jedoch den Verkauf. Jetzt werden bei Neuvermietungen „Umfassende Modernisierungen“ durchgeführt und teils weit über dem Mietspiegel liegende Mieten aufgerufen.

Waffen: Wir schaffen Öffentlichkeit durch Aktionen, sind vernetzt, recherchieren, informieren uns und gehen mit diesen Infos auch an die Neumieter. Wir protokollieren den Mietenanstieg und Wohnraumveränderungen bei uns.

Erfolg: Ein Neumieter klagte erfolgreich und zahlt nun eine angemessene Miete. Weiterhin konnten wir beobachten, dass bei den letzten Neuvermietungen eine niedrigere Miete aufgerufen wurde als direkt nach dem Kauf.
Warum #Mietenwahnsinn-Demo? Wir wünschen uns eine diverse Stadt mit einer Nachbarschaft, in der Alle, unabhängig von Einkommen oder Herkunft Raum haben.

unserblockbleibt.de


AmMa 65 e.V.

Seit: 2017
Aktivisten/Mitglieder: 20 – 40

Das Problem: Kauf des Hauses in der ­Amsterdamer Str. 14 durch profitorientierten Investor, die Realisierung eines selbstverwalteten Wohnraums durch Ausübung des Vorkaufsrechts ist gescheitert.

Waffen: langjährige Hausgemeinschaft, Öffentlichkeitsarbeit, Auseinandersetzung mit stadtpolititischen Instrumenten, viele Aktive mit unterschiedlichsten Fähigkeiten, Verbindung zu Zivilgesellschaft/Netzwerken, Politik und Verwaltung, Aufbau des „Netzwerks ZusammenFürWohnraum“.

Erfolg: Stärkung der Hausgemeinschaft, sämtliche Zusagen für den Hauskauf und die Erbpacht, Vernetzung mit stadtpolitischen Initiativen, Überzeugung des Baustadtrats Mitte zur Ausübung des Vorkaufsrechts zugunsten einer selbstverwalteten Hausgemeinschaft, Vertretung der Bewohner*innen gegenüber Hausverwaltung und Eigentümer, Abschreckung und Einschüchterung des Käufers.

Warum #Mietenwahnsinn-Demo? Stadtentwicklung ist nur mit zivilgesellschaftlicher Bewegung möglich.

amma65.de


GloReiche Nachbarschaft

Seit: 2017
Aktivisten/Mitglieder: 20-100

GloReiche Nachbarschaft: Mit Häusern spielt man nicht!
Foto: Die GloReiche Nachbarschaft

Das Problem: Gründungsanlass war die Kündigung der Bäckerei Filou. Inzwischen engagieren wir uns auch gegen die fortschreitende Gentrifizierung und Verdrängung von Mieter*innen und Gewerbetreibenden in der Gegend, aber auch die Umwandlung von Mietwohnungen in Eigentumswohnungen und Zweckentfremdung von Wohnraum.

Waffen: Arbeitsgruppen, Mailinglisten, Kundgebungen, Öffentlichkeitsarbeit.

Erfolg: Rettung der Bäckerei Filou und der damit im Zusammenhang stehende neue, faire Mustergewerbemietvertrag, der vom Büro Ströbele entworfen wurde. Neben dem Filou hat auch der räumungsbedrohte Ganesa Spätkauf mit unserer Unterstützung einen fairen neuen Mietvertrag unterschrieben. Wir haben die Verdunklungsaktion der Gewerbetreibenden in der Oranienstraße, das Reichenberger Kiezfest und einen Flashmob vor der Zalando-Baustelle auf der Cuvrybrache mitorganisiert und den Kinderladen Bande mitgerettet.

Warum #Mietenwahnsinn-Demo? Weil Wohnen ein Menschenrecht ist. Mit Häusern spielt man nicht!

gloreiche.de


BOSS& U – Bündnis Otto-Suhr-Siedlung & Umgebung

Seit: 2016
Aktivisten/Mitglieder: 50 – 80

Das Problem: Verdrängung unter dem Deckmantel der energetischen Modernisierung durch die Deutsche Wohnen.
Waffen: Organisierung (Mieterversammlung alle 14 Tage), Mobilisierung (Kundgebungen, Feste, Demonstrationen) und Öffentlichkeitsarbeit gegenüber Politik und Medien.

Erfolg: Wir haben die Politik zum Handeln und die Deutsche Wohnen (teilweise) zum Einlenken gezwungen: Milieuschutz für die Otto-Suhr-Siedlung und Umgebung, ein Treffpunkt für unsere Initiative, eine Sozialvereinbarung für die Springsiedlung.

Warum #Mietenwahnsinn-Demo? Gemeinsam sind wir stark, deshalb demonstrieren wir im Deutsche-Wohnen-Protest-Block mit Betroffenen aus ganz Berlin gegen die Profitstrategie des Konzerns.

facebook.com/OttoSuhrSiedlung


Mieterforum Pankow

Seit: 2014
Aktivisten/Mitglieder: ca. 25 Häuser, mehr als 100 Personen im Verteiler

Das Problem: Verdrängung durch energetische Sanierung, Modernisierung und Umwandlung des Wohnraums ins Eigentum.

Waffen: Wir fördern den Erfahrungsaustausch und die solidarische Zusammenarbeit von Mieterinitiativen. Wir rücken die Folgen der Verdrängung der Mieter*innen aus ihrem sozialen Umfeld ins Bewusstsein der Öffentlichkeit, wir berichten, wir diskutieren und tauschen Know-how aus. Solidarität und Öffentlichkeit sind unsere stärksten Waffen.

Erfolg: Der größte Erfolg ist, dass es uns seit vier Jahren gibt. Wir veranstalten jedes Jahr ein Mieterforum. In der übrigen Zeit unterstützen wir uns gegenseitig bei Gerichtsterminen und Wohnungsbesichtigungen.

Warum #Mietenwahnsinn-Demo? Wir haben die gleichen Ziele und Ansichten. Außerdem sind wir seit vier Jahren ein Teil der Mieter*innenbewegung.

mieterforum-pankow.net


AK Wohnungsnot

Seit: 1978
Aktivisten/Mitglieder: Mehr als 70 Einrichtungen und Institutionen freigemeinnütziger und öffentlicher Träger der Berliner Wohnungslosenhilfe

Das Problem: Als Sozialarbeitende in der Wohnungslosenhilfe sind wir natürlich tagtäglich mit dem Mietwahnsinn konfrontiert. Wir unterstützen die Schwächsten der Schwachen.

Waffen: Der Arbeitskreis versteht sich zu allererst als Vernetzungstreffen. Wir erarbeiten aber auch politische Stellungnahmen.

Erfolg: Wir haben in den letzten Jahren immer wieder die Erneuerung der „Leitlinien der Wohnungslosenhilfe“ gefordert, die Probleme im Marktsegment analysiert, die Idee einer Beschwerdestelle Wohnungslosenhilfe entwickelt, versuchen gerade eine Betroffeneninitiative zu initiieren und suchen regelmäßig das Gespräch mit der Politik.

ak-wohnungsnot.de


Mieterinitiative Weißensee vom Frei-Zeit- Haus e.V.

Seit: 2017
Aktivisten/Mitglieder: 6

Das Problem: Die Deutsche Wohnen hat in Weißensee Häuser aufgekauft. Dort kritisieren mehrere Mieterinitiativen geplante oder bereits durchgeführte energetische Sanierungen. Zurzeit werden viele Baulü­cken geschlossen, oft mit Eigentumswohnungen. Die Mieten werden steigen.

Waffen: Anlässe schaffen, bei denen sich betroffene und interessierte Weißenseer Mieter*innen austauschen können. Informationen in unseren Stadtteil holen, zusammentragen und zugänglich machen.

Erfolg: Wir bereiten gerade eine Aktion zur Sichtbarmachung von Leerstandspekulation vor, indem wir Informationen über leerstehende Häuser und Wohnungen sammeln.

Warum #Mietenwahnsinn-Demo? Weil man sich auch mal Luft machen muss und es eines Hilfeschreis an die Bundes- und Landespolitik bedarf.

mieterinitiative@frei-zeit-haus.de


Mietrebellen

Seit: 2012
Aktivisten/Mitglieder: 3

Das Problem: Bei den Vorführungen unseres Films „Mietrebellen“ sind sehr oft Betroffene zugegen, die mit einer Mieterhöhung oder Duldungsaufforderung zur Modernisierung oder Androhung der Umwandlung ihrer Wohnung in eine Eigentumswohnung konfrontiert sind.

Waffen: Wir setzen Film und Video als kommunikative Waffe ein. Zudem verfügen wir über einen immer gut gefüllten Infotisch mit Flyern, Artikeln, Broschüren oder Mieter­Echos und können auch dringend gebrauchte Kontakte vermitteln.

Erfolg: Hunderte Aufführungen, in über 20 Ländern, allein 250 Veranstaltungen mit Diskussion in Deutschland. Interessant ist, dass sich der Name „Mietrebellen“ verselbständigt hat und quasi über die vielen Aufführungen, die Öffentlichkeitsarbeit und Solidaritätsveranstaltungen zum geflügelten Wort geworden ist, sogar bis in den letztjährigen Wahlkampf hinein.

Warum #Mietenwahnsinn-Demo? Weil es neben den vielen Einzelaktivitäten in den Stadtteilen, die aus Not, aber auch zum Glück schon zum Alltag der Berliner Stadtgesellschaft gehören, von Bedeutung ist, auch größere Ereignisse zu realisieren. Diese werden medienöffentlich stadt- und bundesweit wahrgenommen und können unterschiedliche Menschen aus verschiedenen Schichten erreichen.

mietrebellen.de


Vernetzung der Akelius-Mieter_innen

Seit: 2018

Problem: Von der Firma Akelius werden oder wurden Anliegen der Mieter*innen verschleppt; ungerechtfertigte Mieterhöhungen und Kündigungen verschickt; freie Wohnungen modernisiert und extrem teuer neu vermietet; geringste oder gar konstruierte Anlässe für Kündigung und Gerichtsklage genutzt; Mietshäuser in Eigentumswohnungen umgewandelt; Häuser im Share-Deal-Verfahren gekauft, um Bezirke um Grunderwerbssteuer und Vorkaufsrecht zu prellen.

Waffen: Vernetzung der Menschen, die in einem der über 300 auf Berlin verteilten Akelius-Häuser wohnen, gegenseitige Hilfe, Öffentlichkeitsarbeit.

Erfolg: Über 8.000 Flugblätter, die zur Demo und zu einem großen Treffen mobilisieren, werden von Betroffenen und hilfsbereiten Anderen in Akelius-Häusern verteilt.

Warum #Mietenwahnsinn-Demo? Akelius ist kein Einzelfall. Wir müssen uns selbst für unser Recht auf Wohnen stark machen, denn solange eine Regierung den Kapitalismus akzeptiert, akzeptiert sie auch, dass Wohnraum eine Ware fast wie alle anderen und somit, trotz etwaiger Regulierungen, globalen Marktdynamiken ausgesetzt ist.

mieterforum-berlin.de


EKT Kinderladen Bande e.V.

Seit: 1983
Aktivisten/Mitglieder: Eltern von 15 Kindern

Gemeinsam gegen Verdrängung: EKT Kinderladen Bande
Foto: Kinderladen Bande

Das Problem: Es gibt Mietsteigerungen, von z.B. 20 Euro auf 40 Euro pro Quadratmeter für den Einzelhandel, auch Wohnungsmieten steigen immens im Kiez.

Waffen: Solidarität.

Erfolg: Nachdem wir uns öffentlich mit Hilfe von Initiativen, Einzelakteuren und der Presse gegen die Kündigung unseres Gewerbemietvertrages und einer Mieterhöhung um das fast Vierfache wehrten, unterschrieben wir einen unbefristeten Vertrag, der keine Mietsteigerung für die nächsten Jahre beinhaltet, eine Miete gemessen an den Senatszahlungen des KitaFöG und eine Erhöhung der Kündigungsfrist von 6 auf 12 Monate.

Warum #Mietenwahnsinn-Demo? Es ist an der Zeit, gemeinsam berlinweit zu zeigen, was sehr viele Kieze zermürbt. Gemeinsam gegen Verdrängung aufzustehen. Wenn unsere Kinder Angst haben müssen, ihre Freunde, ihren Kinderladen, ihre ErzieherInnen und ihr Zuhause zu verlieren, weil es keinen gesetzlichen Gewerbe-/Mietschutz gibt, dann sind wir als Eltern in der Verantwortung, ihnen zu zeigen, dass wir das nicht hinnehmen.

kinderladen-bande.de


Stadt von Unten

Seit: 2014
Aktivisten/Mitglieder: 13 + UnterstützerInnennetzwerk

Das Problem: Der Rathausblock mit dem Dragonerareal in Kreuzberg sollte zum Höchstpreis verkauft werden. Wir wollen, dass die dortigen Gewerbetreibenden bleiben können und 100 Prozent wirklich bezahlbarer Wohnraum, dauerhaft abgesichert, entsteht.

Waffen: Mit dem Modellprojekt „selbstverwaltet & kommunal“ sollen konkrete Alternativen zur profitorientierten Stadtentwicklungspolitik sichtbar werden. Dafür stellen wir Öffentlichkeit her, mobilisieren Unterstützer_innen, setzen politische Entscheidungsträger_innen unter Druck.

Erfolg: Wir haben die Privatisierung des Areals verhindert. Jetzt geht das Grundstück an das Land Berlin. Im Moment feilen wir an einer Kooperationsvereinbarung zwischen Land, Bezirk und politischen Initiativen.

Warum #Mietenwahnsinn-Demo? Wir müssen weiter Druck auf die Politik ausüben, damit sie die profitorientierte, private Stadtentwicklung durch eine gemeinwohlorientierte ersetzt.

stadtvonunten.de


Kiezladen Zusammenhalt e.V.

Seit: 1992
Aktivisten/ Mitglieder: 50

Mitte der 90er ging es noch um Leerstand: Kiezladen Zusammenhalt
Foto: Kiezladen Zusammenhalt

Das Problem: Durch die starke Aufwertung geraten viele Bewohner_innen unter Druck, insbesondere die Miete nicht mehr bezahlen und für den Unterhalt nicht mehr aufkommen zu können. Das führt oft zur Vereinzelung und Vereinsamung von Menschen.

Waffen: Ehrenamtliche Arbeit, wie Mietrechts- und Sozialberatung, aber auch soziale und kulturelle Angebote.

Erfolg: Wir haben es geschafft nach dem Ende des Sanierungsgebietes um den Helmholtzplatz, und damit auch nach dem Ende der Finanzierung des Kiezladens durch die Stadt, den notwendigen Unterhalt der Räume durch Spenden und Mitgliedsbeiträge aufrecht zu erhalten. Die Angebote des Kiezladens werden nachgefragt und stets gut besucht.

Warum #Mietenwahnsinn-Demo? Wir haben unmittelbar mit den Auswirkungen der steigenden Mieten zu tun. Menschen die davon betroffen sind, kommen zu uns in den Laden.

kiezladenzusammenhalt.wordpress.com


Pankower Mieterprotest

Seit: 2013
Aktivisten/Mitglieder: 30

Das Problem: Energetische Sanierungen durch die kommunale Gesobau AG am Pankower Altbaubestand. So, dass die Umlage/Mieterhöhung maximal ausfällt, der Nutzen durch Energie-/Heizkosteneinsparung jedoch minimal ist, und unter dem Strich eine hohe Mietsteigerung steht.

Waffen: Zusammenschluss 17 betroffener Häuser, gemeinsam beschlossene Kernforderungen, mit denen wir Druck auf Bezirkspolitik und Senatspolitik ausüben.

Erfolg: Bezirklicher Rahmenvertrag für die Sanierungen der Gesobau AG in Pankow. Auswirkung auf die Regelungen des Senats zu Mieterhöhungen nach Sanierung bei kommunalen Gesellschaften. Aufmerksam machen auf die Gesetzeslage auf Bundesebene, die Ursache für sinnlose und teure energetische Sanierungen ist.

Warum #Mietenwahnsinn-Demo? Weil im Fall energetischer Sanierungen der Staat selbst der Mietpreistreiber ist und weil darauf und andere Ursachen und ihre Auswirkungen hingewiesen werden muss.

pankower-mieterprotest.de


radikale linke | berlin

Seit: 2014
Aktivisten/Mitglieder: Diese Antwort könnte einige verunsichern …

Das Problem: Gentrifizierung geht einher mit der Verdrängung von Altmieter_innen und zeigt weitere Probleme auf. In der Kiezbevölkerung existieren Ausbeutungsverhältnisse auf der Ebene von Lohnarbeit, prekären Beschäftigungsverhältnissen, Reproduktionsarbeit. Besonders betroffen sind davon Frauen*. Wir wenden uns gegen die rassistische Spaltung der Gesellschaft, mit der versucht wird, diejenigen, die eh schon wenig haben, gegeneinander in Konkurrenzverhältnissen, beispielsweise um Wohnungen oder Arbeitsplätze, auszuspielen. Weitere Probleme sind die Überwachung des öffentlichen Raums, Schikanen durch die Polizei, rassistische Kontrollen oder die Durchführung von Zwangsräumungen durch Polizei und Gerichtsvollzieher*innen.

Warum #Mietenwahnsinn-Demo? Was uns als Gruppe motiviert, an der Demo teilzunehmen, ist, dass wir eine andere Perspektive in die bestehenden Kämpfe bringen wollen. Wir glauben nicht, dass uns etablierte Parteien, Bezirksamt oder Quartiersmanagement helfen können, wenn es um die Gestaltung unseres Lebens geht. Denn letztlich sind sie ein zentraler Teil des Problems und das hat einen Namen: Kapitalismus.

radikale-linke.net


Solidarische Aktion Neukölln

Seit: 2017
Aktivisten/Mitglieder: 10 – 15

Das Problem: Viele Neuköllner*innen haben Stress durch hohe Mieten und geringes Einkommen. Im Zuge dieser Entwicklungen findet eine großflächige Verdrängung von armen und benachteiligten Bewohner*innen statt.

Waffen: Wir gehen gemeinsam zum Jobcentertermin, schreiben Widersprüche gegen Kündigungen oder Modernisierungsankündigungen und gehen auch mal mit 15 Leuten zur*zum Chef*in oder Vermieter*in, um den Stress an diejenigen zurückzugeben, die dafür verantwortlich sind.
Erfolg: Beispielsweise die Auszahlung von 2.000 Euro ausstehendem Urlaubsgeld an eine Angestellte oder das Verhindern einer Veranstaltung mit einem AfD-Rechtsaußen-Politiker – sich für soziale Belange zu organisieren heißt für uns auch, aktiv gegen rechte Hetze einzustehen. Und wir werden langsam mehr.

Warum #Mietenwahnsinn-Demo? Wir brauchen eine grundlegend andere Wohnungspolitik und keinen Wohnungsmarkt, der Wohnraum nur für diejenigen schafft, die viel Geld haben und/oder nicht diskriminiert werden.

solidarischeaktion.blogsport.eu


Nachbarschaftsinitiative Weserkiez

Seit: 2016
Aktivisten/Mitglieder: 15

Das Problem: Verdrängung von Anwohner*innen und Kleingewerbe im Reuterkiez, Schwerpunkt: negative Folgen von konzentriertem Tourismus, Gastronomie und Party-Tourismus. Lärm, Müll und Fäkalien im Reuterkiez, verursacht durch die große Zahl an Gästen. Vermehrte Kündigungsandrohungen sowie Ankündigung des Dachgeschossausbaus und unverhältnismäßige Mietsteigerung bei Neuvermietung.

Waffen: Vernetzung, Öffentlichkeitsarbeit, Anfragen in der BVV und an das Bezirks­amt; Anwälte und Mietervereine.
Erfolg: Das nicht genehmigte „Fantastic Foxhole Hostel“ musste geschlossen werden. Immer mehr Menschen im Kiez sind aufgeklärt und wehren sich gegen die Verdrängungsprobleme.

Warum #Mietenwahnsinn-Demo? Nur wenn möglichst viele Menschen in Berlin durch das Auf-die-Straße-Gehen deutlich machen, dass hier aufgrund der Wohnproblematik eine soziale Zeitbombe tickt, wird die Politik anfangen, etwas zu ändern.

facebook.com/ini.weserkiez


Kiezladen Friedel54 im Exil

Seit: 2004

Kiezladen geräumt, aber Mieter geschützt: Friedel54
Foto: www.lucasrubioalbizu.com

Das Problem: Der Immobilienmarkt versucht möglichst viel Kapital aus der Ware Wohnraum zu schöpfen. Und das mit allen Mitteln. Auch unser Kiezladen wurde aus diesem Grund mit 772 Bullen geräumt – über 5.300 Einsatzkräftestunden und das nur für die Profite einer Luxemburgischen Brief­kastenfirma! Nicht die Höhe der Miete ist das Problem, sondern das ganze Prinzip. Wir sind überzeugt davon, dass Häuser am besten von jenen erhalten und verwaltet werden können, die darin leben und arbeiten.

Waffen: Info-Veranstaltungen, kostenlose Mietrechtsberatungen, Essen gegen Spende, Unterstützung anderer Initiativen, Mobilisierung zu Demos.

Erfolg: Die Bewohner*innen der Friedelstraße 54 wurden nicht verdrängt und eine Modernisierung konnte abgewendet werden. Wir konnten ca. ein Jahr mietfrei arbeiten. Und nun ja, wir haben es geschafft, die Räumung zu überleben.

Warum #Mietenwahnsinn-Demo? Wir wollen eine Stadt von unten. Das geht nicht allein.

friedel54.noblogs.org


OraNostra

Seit: 2017
Aktivisten/Mitglieder: 24 – 62

Das Problem: In der Oranienstraße und den Seitenstraßen gibt es eine Verdrängung von Kleingewerbe, Handwerksbetrieben, Sozial- und Kunsteinrichtungen durch Mieterhöhungen und Nicht-Verlängerung der Gewerbemietverträge, Wohnungsleerstand und Neuvermietung ohne Anbindung an ein Preis-Leistungs-Verhältnis.

Handlungspotenziale: Wir leisten solidarische Unterstützung von Betroffenen, konzeptionelle Ansätze hin zu einem Gewerbemietrecht und der Änderung der Berechnungsgrundlagen des Berliner Mietpreisspiegels, gemeinsam erarbeitete Pläne für ein gemeinwohlorientiertes Leben und die Erweiterung des Milieuschutzes mit Verankerung im Miet- und Sozialrecht.

Erfolg: Gewerbemieter bekamen neue Verträge und konnten bleiben. Eine Sozialeinrichtung kann mit leicht erhöhter Miete weiterhin bestehen. Die Kleingewerbetreibenden haben politische Forderungen zum Gewerbemietschutz erarbeitet.

Warum #Mietenwahnsinn-Demo? Weil wir es richtig finden, uns für den Verbleib der Bevölkerung und der Versorgungsunternehmen einzusetzen.


Wem gehört Kreuzberg

Seit: 2011
Aktivisten/ Mitglieder: 10

Das Problem: Verdrängung durch steigende Mieten, Umwandlung in Eigentumswohnungen, Modernisierungen, Ferienwohnungsmarkt im Wohnungssektor, spekulativer Leerstand, Wegfall sozialgebundener Wohnungen und Neubau, der im „61er“ Kreuzberg fast ausschließlich für einkommensstarke Schichten entsteht.

Waffen: Außerparlamentarische Stadtteilarbeit, Flugblätter und Artikel, Kiezspaziergänge, Fahrradtouren, Film- und Informationsveranstaltungen.

Erfolg: Wir haben einige Initiativen „angeschoben“, mit denen wir personell und organisatorisch verbunden sind.

Warum #Mietenwahnsinn-Demo? Stadtweit ist „Wem gehört Kreuzberg“ in Vernetzungen stadt(teil)politischer Ini­tiativen eingebunden und beteiligt sich – auch organisatorisch – an Aktivitäten anderer Initiativen, z.B. Vorbereitungen von Demonstrationen und Veranstaltungen.

wem-gehoert-kreuzberg.de


Büro für ungewöhnliche Maßnahmen

Seit: 1987

Das Problem: Ausverkauf der Stadt, Herrschaft der Gier.

Waffen: Das „Büro…“ versteht sich als Agentur und Anlauf-, wie Kreativ-Punkt für alle Berliner Initiativen, die ihre Öffentlichwirksamkeit verbessern und ihre Vernetzung vergrößern wollen. Es verbindet die beiden Maßstäbe von Gerechtigkeit und Effizienz zu einer gemeinsamen politischen, kulturellen und künstlerischen Offensive.

Warum #Mietenwahnsinn-Demo? Studentenbewegung, Hausbesetzungen, Alternativbewegungen haben von Berlin aus Trendwenden eingeleitet – warum also nicht auch die Kampagne gegen den Mietenwahnsinn!

Kurt Jotter vom „Büro für ungewöhnliche Maßnahmen“ ist wieder da


Infos: mietenwahnsinn.info

Link zu Facebook-Veranstaltung

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