Kriegsepos

Die irre Heldentour des Billy Lynn

Ang Lee hat sich verhoben

ZITTY-Bewertung: 3/6
ZITTY-Bewertung: 3/6

Bei einem Feuergefecht im Irak schafft ein 19-jähriger US-Soldat seinen verwundeten Truppführer aus der Schusslinie. Dafür wird er später bei einer bombastischen TV-Show zum Helden hochgejubelt. Rückblenden zeigen den tatsächlichen Hergang seines Kampfeinsatzes.

Die mit 120 Bildern pro Sekunde (normal sind 24) gedrehten Aufnahmen sind gestochen scharf. Es gibt eine ganze Reihe von starken Szenen, die sich aber nicht zu einem dramaturgisch und stilistisch überzeugenden Ganzen fügen. Die ständigen Wechsel zwischen Show-Trubel, Kriegsschauplatz und nachdenklichen Momenten im Elternhaus des Kriegsheimkehrers wirken verworren. Und während der Londoner Schauspieler Joe Alwyn seiner -Rolle als mit widersprüchlichen Gefühlen ringender, texanischer Titelheld gerecht wird – wobei Kristen Stewart als traumatisierte Schwester und vor allem Garret Hedlund als forscher Feldwebel für schauspielerische Höhepunkte sorgen – enttäuschen Stars wie Steve Martin als großkotziger Football-Tycoon oder Chris Tucker als Schmalspur-Impressario in jeder Hinsicht. Von Vin Diesel als Truppführer Shroom ganz zu schweigen.

Die irre Heldentour des Billy LynnFoto: Sony Pictures Releasing GmbH
Die irre Heldentour des Billy Lynn
Foto: Sony Pictures Releasing GmbH

US-Kulturkritik, Mediensatire, Irakkrieg, Beziehungsdrama, Coming-of-age-Story: Viel, was Regisseur Ang Lee sich hier vorgenommen hat – zuviel.  

„Billy Lynn’s Long Halftime Walk“, USA 2016, 112 Min., R: Ang Lee, D: Joe Alwyn, Kristen Stewart, Vin Diesel, Chris Tucker

Die irre Heldentour des Billy Lynn

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