Rezension

Die Känguru-Chroniken

Das Kultbuch mit dem Beuteltier ist verfilmt worden – und zwar richtig gut. das wissen wir so genau, weil wir nicht nur den Film gesehen haben, sondern auch ein Exklusiv-Interview mit dem Känguru bekommen haben.

Foto: X Verleih/X Filme

Man durfte als Fan schon etwas Angst haben: Würde die Anarchie der Vorlage wirklich in bewegte Bilder übertragen werden oder die ganze Chose zum Klamauk verkommen? Operation geglückt, DAS Känguru lebt. Das hat auch mit der sehr gelungenen Überführung des Beuteltiers in die reale Welt zu tun: Schnell erkennt man DAS Känguru als Mitlebewesen ebenso an wie die bunte Schar der Figuren, die Klings Kreuzberger Mikrokosmos bevölkern.

Foto: X Verleih/X Filme

Da ist zuerst Marc-Uwe (Dimitrij Schaad), ein nicht überambitionierter Kleinkünstler, bei dem sich DAS Känguru einquartiert. Da ist Maria (Rosalie Thomass), Marc-Uwes Schwarm. Da ist der böse Rechtspopulist und Immobilienhai Jörg Dwigs (Henry Hübchen) und seine schwangere Gefährtin Jeanette (Bettina Lamprecht), die den Kiez ums Kottbusser Tor zerstören wollen. Da sind liebevoll gezeichnete Nebenfiguren, von den Kunden der Kiez-Kneipe über die  Betreiber des Spätis bis zur debilen Nazitruppe. Sie alle werden in eine Geschichte um Solidarität, „Anti-Terror-Anschläge“, Liebe, Schnapspralinen und einen Hasenpfoten-Talisman verwickelt. Das Ergebnis: ein politisch unkorrekter Anarchotrip mit Tempo und einer Gagdichte, die fast ein zweites Sehen fordert und sogar jüngere Hardcore-Fans des Beuteltiers zufriedenstellen dürfte.

Foto: X Verleih/X Filme

D 2020, 93 Min., R: Dani Levy, D: DAS Känguru, Dimitrij Schaad, Rosalie Thomass, Henry Hübchen, Start: 5.3.