Kino

Die kleine Hexe

Wenn sich ein Kinderbuch seit 60 Jahren ungebrochener Beliebtheit erfreut, muss der Autor etwas richtig gemacht haben. Was auf Otfried Preußlers „Die kleine Hexe“ zweifellos zutrifft und auch ­daran liegt, dass die Protagonistin mit ­ihren „erst“ 127 Jahren perfekt das ­Prinzip Kind vertritt: Sie liebt es, Schabernack zu ­treiben, setzt sich gern über die ­Verbote der großen Hexen hinweg und muss ­lernen, dann auch die ­Konsequenzen zu tragen. Selbst wenn das bedeutet, das ­ganze große Hexenbuch auswendig zu ­lernen und eine gute Hexe zu werden. Letzteres interpretiert die kleine Hexe als moralische Auf­gabe: Sie hilft, wo sie kann – den Alten und Schwachen, Kindern und Tieren.

Die kleine Hexe
Foto: Studiocanal GmbH Claussen + Putz Film_Walter Wehner

Zum Glück hat die jüngste Realverfilmung allen Versuchungen widerstanden, an der ebenso liebenswerten wie humorvollen Geschichte groß etwas modernisieren zu wollen: Zwar sind nicht alle Episoden des Buches vertreten, aber man hat auch keinen aufdringlichen Quatsch dazu ­erfunden. Der Erzählrhythmus ist eher gemächlich, es passiert wenig, doch das auf eine recht verspielte Weise. Vor allem aber wird Karoline Herfurth der Titelrolle charmant gerecht: eine übermütige, kreative und liebe Sympathieträgerin mit großem Gerechtigkeitssinn, wie sie sich wohl auch der 2013 verstorbene Preußler hätte wünschen können. 

D/CH 2018, 103 Min., R: Mike Schaerer, D: Karoline Herfurth, Susanne von Borsody, Eveline Hall

Die kleine Hexe (2018)

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