Dokumentarfilm

Die letzten Männer von Aleppo

Aus einer belagerten Stadt

ZITTY-Bewertung: 5/6

Von der Schlacht um Aleppo konnte man sich im Westen nur ein sehr ungefähres Bild machen – alles andere wäre auch eine Zumutung gewesen, denn nach allem, was so zu erfahren war, zählte das Eingeschlossensein in den belagerten Teilen zum Schlimmsten, was einer Zivilbevölkerung widerfahren kann. Dieser Dokumentarfilm gibt nun doch einen nachvollziehbaren Eindruck vom Leben unter Beschuss.

Die Letzten Männer von Aleppo Foto: Rise And Shin eCinema

Im Zentrum stehen die sogenannten Weißhelme, freiwillige Helfer, die aus dem zivilen Verteidigungsverbund hervorgegangen sind. Sie sind meistens als Erste vor Ort, wenn es irgendwo eingeschlagen hat, sie organisieren den Abtransport von Verletzten und durchstreifen die Ruinen von Gebäuden, die unter einer der vielen Fassbomben kollabiert sind. Ein Familienvater namens Khaled und der Philosophiestudent  Mahmoud zählen zu den Weißhelmen. Wir sehen sie im Einsatz und in privaten Momenten, nicht selten geht es dann um die Entscheidung, ob man sich nicht doch besser in Sicherheit bringen, also die Stadt verlassen sollte.

Der Film sucht nach einer Balance zwischen (im Wortsinn) erschütternder Kriegsreportage und einer allgemeineren, humanen und humanitären Ebene. Auf den Konflikt des oppositionellen Syrien mit dem brutalen Regime geht der Film nur sehr implizit ein – er will ein Menschheitsdokument sein.  

DK/D/SYR 2017, 102 Min.,R: Feras Fayyad, Steen Johannessen

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