Kino

Die Nacht der Nächte

Vier Ehepaare; acht alte Leute, deren ­Beziehungen bereits Jahrzehnte währen, die verschiedene Sitten und Traditionen spiegeln. Hildegard und Heinz Rotthäuser, Kamala und Hampana Nagarayya, ­Shigeko und Isao Sugihara, Norman MacArthur und Bill Novak – so heißen die Paare. Sie stammen aus Deutschland, Indien, ­Japan und den USA, und ihre Geschichten sind ebenso alltäglich und normal wie besonders und einzigartig.

Die Nacht der Nächte
Die Nacht der Nächte
Foto: Concorde Filmverleih

Die Rotthäusers haben sich im Nachkriegsdeutschland verliebt, verlobt, verheiratet, haben eine Familie gegründet und eine Existenz aufgebaut. Die ­Nagarayyas ­haben über die Kastenschranke hinweg geheiratet, ihre Familien verärgert und sich ihre gute Laune bewahrt. Die Sugiharas wurden von ihren Familien verheiratet und mussten sich auf dem Hof erst kennenlernen. Und Novak hat ­MacArthur, da die ­Homosexuellenehe zu jener Zeit noch verboten war, adoptiert.

Überwiegend heiter und gelassen, mit­unter leicht melancholisch wird frei­mütig erzählt, und die Schwestern Samdereli („Almanya – Willkommen in Deutschland“) fördern manch tiefgründige Einsicht zutage. Zwischen die Gespräche sind launige Trickfilm-Szenen mit Knetfiguren montiert, zu denen leider nervende, zwangsfröhliche Musik erklingt. Die kann aber nicht verhindern, dass hier etwas Scheues und Rares sichtbar wird: aufrichtige, verbindliche Zuneigung. Manchmal auch Liebe genannt.

D 2017, 97 Min., R: Yasemin und Nesrin Samdereli

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