Kino

Die Nile Hilton Affäre

Seine Vorgesetzten wollen den Fall als Selbstmord zu den Akten legen. Dabei sind die Verletzungen am Kopf der jungen Frau Indizien dafür, dass sie ermordet wurde – in einem Zimmer des Luxushotels Nile Hilton in Kairo.

Während im Januar 2011 die Menschen auf dem Tahrir Platz gegen das korrupte Regime Ägyptens demonstrieren, ist Kommissar Noredin Teil dieses Systems, in dem es für Staatsangestellte eine Selbstverständlichkeit ist, das schmale Salär mit Schmiergeldern aufzubessern.

Die Nile Hilton Affaere
Foto: 2017 Port Au Prince

Der Einzelgänger Noredin hat allerdings noch einen Rest von Ehre. So ermittelt er auf eigene Faust, zum Missfallen seines Vorgesetzten, der zugleich sein Onkel ist. Die Spuren führen zu dem Abgeordneten und Bauunternehmer Shafiq, einem sudanesischen Zimmermädchen, das Zeugin des Mordes wurde, und zur Staatssicherheit. Ein Mann sticht in ein Wespennest.

Einen modernen Film noir hat der schwedische Regisseur (mit ägyptischen Wurzeln) Tarik Saleh gedreht, mit einem Protagonisten, der sich auflehnt gegen das System, dessen Teil er ist, und der am Ende ganz alleine dasteht. Fares Fares, mit der Komödie „Jalla, Jalla“ auch hierzulande bekannt geworden und zuletzt als Partner von Nikolai Lie Kaas in den Adler-Olsen-Verfilmungen zu sehen, verleiht dieser Figur eindrucksvolle Präsenz und prägt den Film auch deshalb, weil die Actionszenen eher verhalten inszeniert sind.

„The Nile Hilton Incident“, S/D/DK 2017; 110 Min.; R: Tarik Saleh, D: Fares Fares, Mari Malek, Yaser Maher

Die Nile Hilton Affäre

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